Kalt erwischt unter der Dusche: Was tun, wenn plötzlich eine Schlange aus dem Abfluss blickt? Für Deborah aus Saint-Paul-le-Gaultier wurde diese absurde Vorstellung zur nackten Realität. Und zwar wortwörtlich.
Ein entspannter Abend – bis zur unerwarteten Begegnung
Es ist kurz nach 20 Uhr, als Deborah die Schwelle ihres neuen Hauses in Saint-Paul-le-Gaultier (Sarthe), direkt an der Grenze zwischen Orne und Mayenne, überschreitet. Nach einem langen Tag freut sie sich auf eine heiße Dusche, die Verspannungen wegspült. Kaum dass sie einige Minuten das warme Wasser genießt, bemerkt sie plötzlich ein merkwürdiges Gefühl an den Füßen – kein Wunder: Ein lebendiger (!) Schlange hat sich durch die Rohre ihren Weg direkt in Deboras Duschkabine gebahnt. Ihr Schreck könnte größer kaum sein: „Als ich sie auf meinen Füßen spürte, habe ich geschrien und bin rausgerannt“, berichtet Deborah.
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Nerven aus Stahl und eine App als Lebensretter
Ihr Lebensgefährte, alarmiert durch Deboras lauten Schrei, stürzt in die Badezimmer-Notlage. Die junge Frau bricht in Tränen aus, verständlich angesichts eines schlangenartigen Mitbewohners, der über einen Meter lang ist und pechschwarze Farbe aufweist. „Ich war völlig wie gelähmt“, sagt sie rückblickend. Ihr Partner allerdings beweist kühlen Kopf – nicht jeden Tag steht man einem Nachtfarbenen, sich windenden Gast gegenüber und bleibt dabei pragmatisch.
Im digitalen Zeitalter hilft nicht nur der gesunde Menschenverstand, sondern auch eine schnelle Internetrecherche. Mit einer Handy-App, die Schlangen anhand eines Fotos erkennt, lässt sich das Tier bestimmen: Eine Äskulapnatter, wie die App anzeigt. Die gute Nachricht: Diese Art ist vollkommen ungefährlich. Verständlich also, dass das Paar beschließt, auf einen Anruf bei der Feuerwehr zu verzichten. „Wir wollten ja niemanden stören, wenn es nicht nötig ist“, argumentiert Deborah. Kurzerhand bewaffnet sich ihr Partner mit einem Stock und einem Karton. Mit viel Geschick gelingt es ihm, die Schlange einzufangen und sie einige hundert Meter entfernt in einem Feld wieder in die Freiheit zu entlassen.
- Nerven bewahren war gefragt
- Technik half bei der Identifikation
- Ein Happy End für Mensch und Tier
Ein Ausnahmefall, der selbst die Feuerwehr verblüfft
Deborahs Tränen versiegten erst dann, als die Schlange endgültig im Freien verschwunden war. Solche Geschichten sind selbst für lokale Einsatzkräfte etwas Besonderes. Laut Leutnant-Colonel Foltzer, Kommunikationsbeauftragter des Feuerwehr- und Rettungszentrum von Orne, musste die Feuerwehr des Departements bislang noch nie wegen einer Schlange ausrücken, die durch Kanäle auf Wanderschaft geht.
Zur eindeutigen Identifizierung holt man François Radigue hinzu. Der Experte, Mitglied der Vereinigung Fauna und Flora von Orne, bestätigt: Es handelt sich tatsächlich um eine Äskulapnatter, eine Art, die in Orne und Sarthe heimisch ist und eine beeindruckende Länge von bis zu 1,60 Metern erreichen kann. Und, vielleicht zum Trost für alle Badenden: Diese Tiere suchen mehr als nur selten das heimische Bad auf, sind aber durchaus für spontane Hausbesuche bei Anwohnern bekannt. Wer braucht da noch Überraschungseier?
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Wie kam die Schlange ins Badezimmer? Ein Fall für die Technik
Der Zwischenfall wirft eine völlig unerwartete Frage auf: Wie gelangt eine Schlange in die Dusche? François Radigue klärt auf: Die Anwesenheit der Natter im Badezimmer weist auf ein Problem mit der Abdichtung des Abwassersystems außerhalb des Hauses hin, wahrscheinlich bei einem kleinen Sammelbehälter.
Praktischerweise sind ohnehin Renovierungsarbeiten an der Klärgrube des Hauses geplant. Ein Glück für Deborah: Bei geeigneter Abdichtung dürften zukünftige Begegnungen mit so listigen Schuppentieren im Duschbereich ausbleiben.
- Defekte Dichtungen als Schlangeneingang
- Geplante Renovierungen sollen das Problem lösen
- Wissenswert: Die Äskulapnatter kann bis zu 1,60 Meter lang werden
Fazit: Wenn das Abenteuer unter der Dusche zu lebendig wird
So selten solche Vorfälle sind: Ein kühler Kopf, ein wenig technische Hilfe und eine Portion Mut helfen, die Sache zu einem guten Ende zu bringen – für Mensch und Schlange. Wer nach dem Lesen seine Badezimmerrohre überprüfen will, ist nicht übervorsichtig, sondern einfach nur schlau. Und vielleicht ein bisschen schlauer als eine Äskulapnatter auf Irrwegen.