Sie sehen einen Achtbeiner in der Ecke Ihrer Wohnung und greifen schon nach dem Pantoffel? Warten Sie einen Moment! Es gibt gute Gründe, Ihre Meinung über Hausspinnen zu überdenken – und vielleicht sogar zu ändern.
Ungebetene Gäste? Von wegen!
Stellen Sie sich Folgendes vor: Viele halten ihre Wohnung für eine Burg, sicher und abgeschottet von allem, was draußen krabbelt oder flattert. Doch die Realität ist: In fast jedem Zuhause gibt es Mitbewohner auf acht Beinen. Manche Spinnen landen einfach aus Versehen in unseren vier Wänden und finden dann den Weg nicht mehr hinaus. Andere sind nur zu Besuch – auf kurzer Stippvisite durch Haus oder Wohnung. Es gibt sogar Arten, die es sich drinnen dauerhaft gemütlich machen, dort ihr ganzes Leben verbringen und fleißig Nachwuchs produzieren.
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Diese Arachniden führen ein unauffälliges Leben. Die allermeisten Spinnen, denen man begegnet, sind weder aggressiv noch gefährlich. Mehr noch: Sie bieten nützliche Dienste an – und zwar völlig kostenlos! Sie ernähren sich nämlich von allerlei Schädlingen, die wir garantiert nicht als Untermieter möchten. Manche Spinnen gehen sogar so weit, dass sie andere Spinnen auf dem Speiseplan haben.
Was macht die Hausspinne wirklich?
Man glaubt es kaum, aber Spinnen spielen eine wichtige Rolle im kleinen Ökosystem, das jedes Zuhause bildet. Das konnten Forscher um einige unerschrockene Entomologen nachweisen: In einer Untersuchung von 50 Häusern in North Carolina (USA) wurde akribisch gezählt, welches Getier in den heimischen Wänden lebt. In jedem einzelnen Haushalt gab es Spinnen – insbesondere die Hauswinkelspinne und die allseits bekannte Zitterspinne.
Beide Arten weben Netze, in denen sie geduldig auf ihr nächstes Abendessen lauern. Die gewitzten Zitterspinnen verlassen hin und wieder sogar ihre eigenen Netze, um auf Beutezug zu gehen – nicht selten auf der Jagd nach anderen Spinnen, die sich auf ihrem Territorium herumtreiben. Mit etwas Schauspielkunst locken sie ihre achtbeinigen Verwandten in eine Falle, um sie dann zum Dinner zu servieren (guten Appetit!).
Spinnen sind also ausgesprochene Generalisten unter den Raubtieren. Sie nehmen erstmal alles, was ihnen ins Netz geht oder über den Weg läuft. Darunter – und darum sollte man sie wirklich mögen – auch sogenannte Schädlinge und sogar Insekten, die Krankheiten übertragen können, wie die ungeliebten Stechmücken. Bestimmte afrikanische Springspinnen haben übrigens eine Vorliebe für blutgefüllte Mücken. Sie sehen: Spinnen sind nicht wählerisch, Hauptsache die Mahlzeit zappelt.
Angst vor Spinnen? Gar nicht so ungewöhnlich!
Es ist völlig normal, dass wir Spinnen etwas unheimlich finden. Sie wirken seltsam mit ihren vielen Beinen und sind fast alle giftig – allerdings nur für die allermeisten Beutetiere. Bei uns Menschen führt ihr Gift extrem selten zu Problemen, das gilt selbst dann, wenn ein Spinnenbiss mal die Haut durchdringt (was wirklich eine Rarität ist). Sogar Entomologen – also Insektenkundler – haben manchmal eine ordentliche Portion Arachnophobie. Aber es gibt Hoffnung: Einige Arachnologen haben ihre Furcht überwunden, indem sie sich behutsam und interessiert mit diesen faszinierenden Lebewesen beschäftigt haben. Was die können, schaffen Sie bestimmt auch!
Spinnen sind übrigens alles andere als auf Ärger aus. Sie meiden den direkten Kontakt mit Menschen, denn für sie sind wir um einiges gefährlicher als sie es je für uns sein könnten. Die berüchtigten Bisse sind ausgesprochen selten. Selbst bei bekannten giftigen Arten wie der Schwarzen Witwe oder der Braunen Einsiedlerspinne kommt es so gut wie nie zu ernsten Problemen.
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Toleranz oder Umsiedelung – Sie haben die Wahl
Falls Ihnen trotz allem das Herz in die Hose rutscht, wenn Sie eine Spinne in Bad, Garage oder Wohnzimmer entdecken: Es gibt Alternativen zum platten Schuh! Fangen Sie das Tier behutsam ein und setzen Sie es draußen aus. So kann die Spinne neue Abenteuer erleben und beide Seiten sind zufriedener.
Sollte Ihnen das gelegentliche Zusammenleben hingegen nichts ausmachen, dann lehnen Sie sich entspannt zurück. Es ist absolut normal, Spinnen bei sich wohnen zu haben – selbst wenn Sie sie nicht sehen. Diese Mitbewohner bleiben Ihnen meist verborgen und erledigen tapfer ihren Job im Hintergrund. Begegnen Sie der nächsten Hausspinne also mit einem Hauch Toleranz. Ihr Zuhause wird es Ihnen danken!