Wer hätte gedacht, dass ein gewöhnlicher Korken zum Lebensretter mutiert? Doch genau so sieht der Alltag für viele Igel aus, die sich in unseren Gärten durchs Winterdickicht schlagen. Zwischen Deko-Teich und Regenfass lauern ungeahnte Gefahren – und eine kleine Korkidee macht plötzlich den Unterschied zwischen Leben und Tod.
Winterruhe mit Risiko: Igel zwischen Eimern und Fallen
Die meisten Gärten wirken im Winter wie ausgestorben. Doch nachts erwachen sie zum Leben: Europäische Igel wandern zwischen Beeten und Terrassen hin und her, suchen nach Wasser, kramen nach Nahrung. Gerade in Zeiten, in denen der Bestand dieser Tiere schrumpft – 2024 steht der Igel auf der Roten Liste der IUCN als bedrohte Art –, kann ein harmlos wirkender Wassereimer schnell zur Todesfalle werden.
- Bangladesch schockiert: Warum verzichtet das Land auf europäische Kampfjets?
Bangladesch schockiert: Warum verzichtet das Land auf europäische Kampfjets?
- Indien baut jetzt das größte Batterie-Kraftwerk der Welt – niemand sah das kommen
Indien baut jetzt das größte Batterie-Kraftwerk der Welt – niemand sah das kommen
Viele Igel kehren nach ihrer Vertreibung aus den ländlichen Regionen in die städtischen und stadtnahen Gärten zurück. Dort halten sie keinen Winterschlaf am Stück, sondern ruhen in Phasen. Sie erwachen mehrmals zwischen Herbst und Frühling, vor allem, wenn es etwas wärmer wird, um zu trinken oder eine Kleinigkeit zu fressen. Bis zu 40 % ihres Körpergewichts verlieren sie dabei, werden schwach und ausgerechnet da kann ein kurzer Ausflug ins kalte Wasser tödlich enden. Fehler am Teichrand, schlecht verschlossene Regenwassersammler oder sogar ein vergessener Bottich können in diesen Momenten alles entscheiden.
Die unsichtbare Gefahr: Warum ein Korken Leben rettet
Wer glaubt, Igel schlummern durch und sind sicher, irrt: Jede Nacht gibt es eine Vielzahl an Hindernissen und Gefahren. Ein glatter Eimer, ein Teich, eine Poolabdeckung – fällt der Igel hinein, ist das große Problem die glatte Wand. Da hilft auch der beste Schwimmkurs nicht: Der Stachelritter dreht Kreise, erschöpft sich, friert aus und ertrinkt oft stumm. In Städten sterben bereits etwa ein Viertel der Igel im Straßenverkehr – jede vermeidbare Wasserfalle zählt also doppelt, insbesondere seit 1981, denn seitdem stehen sie unter Schutz.
Hier kommt der Korken ins Spiel – und zwar wörtlich. Ein einfacher, ganz natürlicher Korken, der auf der Wasseroberfläche schwimmt, rettet Leben! Der Korkzylinder liegt immer oben, bietet den kleinen Krallen Halt und dient als rettende Zwischenstation für den müden Igel. Besonders bei flachen Gefäßen reicht oft schon ein oder zwei schwimmende Korken, um eine Art lebende Boje zu stellen. Für tieferes Wasser gibt es einen Trick: Mehrere Korken werden auf eine Baumwollschnur gefädelt, am Rand oder Henkel befestigt – schon hat der Igel eine Aufstiegshilfe parat.
Quellen und Fachleute empfehlen zusätzlich eine schräg ins Wasser gelegte Holzlatte oder Ast, der das Ufer erreicht. Für große Teiche oder Pools ist so eine Rampe unentbehrlich – der Korken bleibt dabei immer ein zusätzlicher Lebensretter.
Mit kleinen Gesten Großes bewirken: Der Garten als Winterasyl
Es braucht oft nicht viel, um aus einem normalen Garten ein kleines Igelparadies zu machen. Wer im Winter aktiv werden will, sollte unnötige Eimer leeren, offene Sammelbehälter abdecken und Trinkwasser lieber in sehr flachen Schalen bereitstellen. Ein abgelegener Bereich mit trockenem Laub und Zweigen, möglichst regenfest aufgeschichtet, hilft: Etwa sechs von zehn Igeln geben zu feuchte Schlafplätze wieder auf, weil Unterkühlung droht.
Manche Gartenbesitzer gehen weiter und bauen zwei kleine Igelhäuser: In eines kommt Wasser und Futter, das andere ist als Ruheraum gut isoliert – wie eine junge Helferin gegenüber Netmums berichtete. Die nachtaktiven Spürnasen legen auf ihren Wanderungen bis zu 6 km zurück und steuern dabei bis zu 16 verschiedene Gärten an! Mit einer 13 x 13 cm großen Öffnung im unteren Zaunbereich gibt es echte ökologische Korridore – der Straßenverkehr muss dann nicht zwangsläufig mitgezählt werden.
- Unbenutzte Behälter leeren
- Regenwassersammler abdecken
- Flache Wasserschalen aufstellen
- Korken oder Kork-Ketten in Gewässer geben
- Eine Rampe – Ast oder Brett – in tieferes Wasser legen
- Laub & Zweige zu einem trockenen Unterschlupf stapeln
- Zaunöffnung von 13 x 13 cm schaffen
- 40 Jahre völlig abgeschieden: Wie diese Familie fernab der Welt überlebte
40 Jahre völlig abgeschieden: Wie diese Familie fernab der Welt überlebte
- Mit diesem einfachen Trick im Kaffee unterstützen Sie überraschend Ihre Verdauung
Mit diesem einfachen Trick im Kaffee unterstützen Sie überraschend Ihre Verdauung
Was tun im Igel-Notfall? Und warum das alles zählt
Sie entdecken im Winter einen abgemagerten Igel, einen, der am helllichten Tag unterwegs ist oder unglücklich durchnässt neben der Regentonne hockt? Dann bitte keine exotischen Menüs, sondern einfach einen Napf mit frischem Wasser und ein paar herkömmlichen Hunde- oder Katzenkroketten bereitstellen – ohne Fisch und ohne Milch. Im Zweifel sollte ein Wildtier-Hilfszentrum kontaktiert werden.
Am Ende reicht oft schon ein kurzer Rundgang im Garten, ein paar Korken mehr im Wasser und kleine Durchgänge zu den Nachbarn – so schenken Sie Igeln einen sicheren und ruhigen Winter, der dringend gebraucht wird. Die Heldentaten von Herrn (oder Frau) Korken darf man dabei ruhig mit einem Augenzwinkern feiern!