Diese Rasen-Fehler kosten Sie jedes Jahr heimlich viel Geld

 

Wer träumt nicht von einem sattgrünen, gesunden Rasen, der im Sommer als Spielfeld für Kinder taugt und beim Gartenfest brilliert? Doch Achtung: Beim Gießen lauern echte Kostenfallen – oft heimlich, immer ärgerlich!

Die häufigsten Gießfehler: Was Ihrem Rasen wirklich schadet (und Ihrem Geldbeutel!)

Viele Hobbygärtner glauben fest daran, dass tägliches Gießen ihren Rasen kräftig hält. Die Wahrheit ist leider das Gegenteil: Wenn Sie Ihr grünes Reich jeden Tag nur kurz wässern, gelangt das Wasser ausschließlich an die Oberfläche. Die Wurzeln – die wollen und brauchen eigentlich tiefe Feuchtigkeit – bleiben auf dem Trockenen. Die Wassermenge reicht schlicht nicht aus. Das Ergebnis: Zwar sieht Ihr Rasen oberflächlich gesund und grün aus, doch er trocknet in heißen Sommermonaten viel schneller aus. Die Wurzeln holen ihr Wasser nur noch aus den obersten Bodenschichten, und die sind nach dem Gießen ratzfatz wieder ausgedörrt.

Lediglich Gräser mit tiefen Wurzeln überstehen längere Trockenperioden, weil sie an die letzten Depotreserven im Boden gelangen. Oberflächliches Wässern verweigert Ihrem Rasen diesen Luxus. Stattdessen haben tiefwurzelnde Unkräuter wie Löwenzahn und Wegerich dann leichtes Spiel: Sie holen sich die Feuchtigkeit aus tieferen Schichten, wachsen fröhlich drauflos – und Sie schauen dem Wildwuchs zu.

  • Gießen Sie lieber ein bis zwei Mal pro Woche – dafür aber gründlich und ausgiebig!

Der Geldfresser: Wieviel Wasser braucht Ihr Rasen überhaupt?

Die Wassermenge richtet sich nach dem Bodentyp. Sandige, lockere Böden benötigen etwa 10 bis 15 Liter Wasser pro Quadratmeter, während lehmige oder tonige Böden sogar 15 bis 20 Liter pro Quadratmeter brauchen. Positiver Nebeneffekt: Lehmige Böden speichern die Feuchtigkeit länger, daher genügt meist eine kräftige Bewässerung pro Woche. Ist der Boden sehr lehmig, empfiehlt sich sogar, an zwei aufeinanderfolgenden Tagen jeweils nur die halbe Menge zu gießen – so kann das Wasser besser eindringen. Sandige Böden hingegen verlangen nach einer Bewässerung alle drei bis vier Tage, weil sie rascher austrocknen.

Wichtig: Auch abseits des Hochsommers benötigt Rasen regelmäßig Feuchtigkeit, vor allem bei langen Trockenphasen. Ein Blick auf den Wetterbericht und ein guter Zeitplan lohnen sich! Insbesondere im frühen Herbst kann regelmäßiges Gießen nötig werden.

Gefahr durch Zuviel: Wenn Ihr Rasen „ersäuft“

Der eine gießt zu wenig – der nächste meint es zu gut. Doch übermäßiges Bewässern richtet erheblichen Schaden an. Stehende Wasserpfützen oder dauerhaft nasser Boden deuten meist auf zu viel Gießerei hin. Der Sauerstoff im Boden bleibt aus, die Wurzeln faulen und schlimmstenfalls stirbt die gesamte Grasfläche ab. Wenn Ihr Rasen modrig riecht oder eine bläulich-graue Färbung annimmt, ist das ein deutliches Warnsignal.

Aber keine Sorge: Rettung ist möglich! Belüften Sie Ihren Rasen, indem Sie tiefe Löcher in den Boden stechen, und streuen Sie anschließend Sand aus. Das macht den Boden lockerer und verbessert den Wasserabfluss. Und ganz wichtig: Nach Starkregen ist zusätzliche Bewässerung komplett unnötig. Regen gehört unbedingt in den Gießplan!

  • Erste Hilfe bei Überwässerung: Aerifizieren und Sand aufbringen

Timing ist alles: Wann der Wasserhahn geöffnet wird (und wann nicht)

Der Goldstandard fürs Rasengießen: Frühmorgens zwischen drei und sechs Uhr. Da ist die Bodentemperatur am niedrigsten und praktisch nichts verdunstet – Ihr Wasser kommt also da an, wo’s zählt.

Abends gießen? Besser nicht, denn der Boden ist noch warm, ein Großteil des Wassers verdunstet, bevor es die Wurzelspitzen erreicht. Und schlimmer noch: Pilzkrankheiten freuen sich über eine nassfeuchte Nacht, und das ist nicht wirklich der nächste Partygast, den Sie eingeladen haben. Auch die Mittagshitze ist tabu – dann riskieren Sie durch den Lupeneffekt der Tropfen sogar unschöne Brandflecken auf dem Rasen.

Doch nicht nur die Stammrasenfläche braucht Feingefühl: Bei frisch eingesätem Rasen ist Trockenheit der Todfeind. In den ersten Wochen nach der Aussaat sollten Sie daher täglich mindestens einmal, gern auch zwei- bis dreimal, etwa zehn Minuten lang bewässern, damit die Oberfläche nicht austrocknet. Später können die Abstände vergrößert werden.

Rollrasen braucht ebenfalls Liebe in Form von Wasser: Hier sind 10 bis 15 Liter pro Quadratmeter und Tag Pflicht, bis die Wurzeln festgewachsen sind.

Letztlich auch ein Tipp nach der Düngung: Nach dem Ausbringen von Dünger sollten Sie den Rasen rund 20–30 Minuten intensiv bewässern, damit die Granulate gelöst werden und wirken können.

Gut gemessen ist halb gegossen: Kontrolltipps für Sparfüchse

Technikfans freuen sich über automatische Bewässerungssysteme, Sensoren und Wasserzähler – ganz nach Geschmack. Wer es klassischer will, greift zu leeren Konservendosen: Sind diese nach dem Gießen etwa 1,5 cm hoch mit Wasser gefüllt, hat Ihr Rasen die benötigten 15 Liter pro Quadratmeter erhalten. Alternative: Nach dem Wässern mit dem Spaten an einer Ecke prüfen, wie tief das Wasser eingedrungen ist – und entsprechend nachbessern.

  • Nutzen Sie einen Wasserzähler oder messen Sie ganz einfach mit Konservendosen.
  • Für Technikfreunde: Bodenfeuchte-Sensoren bieten maximale Kontrolle.

Fazit: Wer die größten Gießfehler vermeidet, bleibt nicht nur vom Rasen-Frust, sondern auch von bösen Überraschungen auf der Wasserrechnung verschont. Also: Lieber weniger, dafür richtig – und schon bleibt die Wiese satt und der Geldbeutel froh!

 

Clara Hoffmann
Verfasst von Clara Hoffmann

Clara Hoffmann ist Journalistin und Redakteurin mit Schwerpunkt auf Gesellschaft, aktuelle Themen und Psychologie. Sie analysiert gesellschaftliche Entwicklungen, zwischenmenschliche Fragen und die psychologischen Hintergründe des Alltags mit Klarheit und Feingefühl.

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