Ich habe aufgehört, acht Stunden Schlaf anzustreben – diese unangenehme Wahrheit verändert alles, besonders für müde Frauen

 

Hat die sakrosankte 8-Stunden-Regel wirklich Bestand, vor allem wenn der Winter die Nächte schwerer macht? Und was, wenn das richtige Maß keine Zahl wäre, sondern ein Signal, das Ihr Körper Ihnen bereits sendet?

Wenn die Tage kürzer werden, lastet das Dogma der „acht Stunden“ schwerer auf uns als unsere Lider.

Und was, wenn dieser zum Maßstab erhobene Durchschnitt bei vielen Frauen gerade im Winter die Müdigkeit noch verstärkt?

Ein Blick auf die Herkunft dieser Zahl – und auf Chronotyp, Hormone und Alter – rückt vieles zurecht: Entscheidend ist, die Nächte am eigenen Rhythmus auszurichten.

Zeit für konkrete Anhaltspunkte: auf die eigenen Signale hören, das Licht für sich nutzen und Rituale verankern – ohne verbissen einer festen Zahl hinterherzulaufen.

Was, wenn die 8 Stunden Schlaf nur ein Mythos wären?

Wir haben alle den Refrain von den 8 Stunden pro Nacht gehört, um leistungsfähig zu bleiben. Im Winter, wenn das Licht schwindet und die Müdigkeit sich breitmacht, wird diese Regel fast zur Pflicht. Doch diese allgemeine Vorgabe passt nicht zwingend zu jeder Frau und nicht zu jeder Lebensphase – und genau da kommen Zweifel auf.

Woher kommt die berühmte 8-Stunden-Regel?

Ursprünglich ist diese Dauer ein statistischer Durchschnitt aus Bevölkerungsstudien – keine individuelle Verordnung. Mit der Zeit wurde aus dem Durchschnitt eine Norm und damit ein echter sozialer Druck: Wer die 8 Stunden nicht abhakt, hat schnell das Gefühl, etwas falsch zu machen.

Bei Frauen ist die Realität oft differenzierter: hormonelle Schwankungen, mentale Belastung, durch familiäre oder berufliche Verantwortung unterbrochene Nächte … Diese Zahlenvorgabe kann den Stress erhöhen und das Einschlafen zusätzlich stören.

Hören Sie auf Ihren Körper: Der Schlafrhythmus ist individuell

Der Schlafbedarf hängt von Alter, Chronotyp (Eule oder Lerche), Gesundheitszustand und hormonellen Zyklen ab. Manche sind mit 6 bis 7 Stunden vollständig erholt, andere brauchen 8 bis 9 Stunden für einen erholsamen Schlaf. Wichtig ist nicht die Uhr, sondern die Qualität der Erholung.

Einfache Signale helfen, die Passung Ihres Rhythmus zu beurteilen: Tagesschläfrigkeit, schweres Aufwachen, Reizbarkeit, Heißhunger auf Süßes gegen Tagesende oder das Bedürfnis nach immer mehr Kaffee. Wenn sich das festsetzt, ist es Zeit, Ihre nächtlichen Gewohnheiten anzupassen.

Passen Sie Ihren Schlaf an Ihre tatsächlichen Bedürfnisse an

Statt einer festen Zahl hinterherzulaufen, testen Sie, was zu Ihnen passt: Gehen Sie zwei Wochen lang zu regelmäßigen Zeiten ins Bett und stehen Sie ebenso auf – und notieren Sie, wie Sie sich beim Aufwachen fühlen. Einige hilfreiche Anhaltspunkte:

  • Gehen Sie ins Bett, sobald sich die ersten Müdigkeitszeichen zeigen (Gähnen, brennende Augen, nachlassende Aufmerksamkeit).
  • Gehen Sie täglich ins natürliche Licht, auch im Winter, um Ihre innere Uhr zu verankern.
  • Schaffen Sie sich vor dem Schlafengehen ein Ritual: lesen, langsames Atmen, leise Musik.

Diese einfachen Anpassungen wirken über die Zeit. Und wenn Ihnen an manchen Tagen 6 Stunden am Stück genügen, müssen Sie kein schlechtes Gewissen haben: Auf den eigenen Körper zu hören ist wichtiger als die Regel.

Jeden Winter den eigenen Rhythmus neu finden

Eine Universallösung gibt es nicht: Ihr saisonaler Rhythmus schwankt mit dem Licht, der mentalen Belastung und der Energie des Moments. Wenn Sie die Signale Ihres Körpers beobachten und Ihre Zeiten Schritt für Schritt anpassen, kommen Sie einem wirklich erholsamen Schlaf näher – ohne einer beliebigen Zahl hinterherzulaufen.

 

Clara Hoffmann
Verfasst von Clara Hoffmann

Clara Hoffmann ist Journalistin und Redakteurin mit Schwerpunkt auf Gesellschaft, aktuelle Themen und Psychologie. Sie analysiert gesellschaftliche Entwicklungen, zwischenmenschliche Fragen und die psychologischen Hintergründe des Alltags mit Klarheit und Feingefühl.