Was wirklich passiert, wenn du Spinnen mit dem Staubsauger entfernst

 

Ein lautes Brummen, ein hektischer Knopfdruck – und zack, die Spinne ist weg. Aber ist sie wirklich nur „weg“, oder passiert mehr, als wir ahnen? Willkommen zu einem Blick hinter die Kulissen der Staubsauger-Operationen, bei denen Spinnen selten überleben und jede Menge Nervenkitzel geboten ist!

Spinnen im Wohnzimmer: Zeichen für gutes Klima?

Kaum jemand rollt den roten Teppich aus, wenn eine Spinne im Wohnzimmer auftaucht – dabei dekorieren sie unsere vier Wände durchaus regelmäßig mit ihrem Erscheinen. Es heißt sogar, ihre Anwesenheit zeuge von guter Raumluft: Spinnen mögen angeblich frische, saubere und nicht zu trockene Luft. Ihre Präsenz wird manchmal als Beweis dafür gesehen, dass keine Schadstoffe die Atmosphäre verpessten. Doch bevor Ihr Eurer Spinne Namen gebt: In Wahrheit tummeln sich viel mehr von ihnen in feuchten Kellern als in Designer-Lofts. Dort gibt’s nämlich mehr Futter und weniger Austrocknungsgefahr. Hat sich also eine Achtbeinerin ins Wohnzimmer verirrt, ist das meist ein Irrläufer oder eine kühle Zuflucht – mit Risiken!

Mythos Staubsauger: Die bittere Realität für Spinnen

Teilt man sich die Wohnung mit anderen (oder einer Arachnophobie), heißt die große Frage oft: Wie wird man die Spinne los? Der Favorit: der Staubsauger. Herrlich bequem – und dank ausziehbarem Rohr bleibt der Mut auf Abstand. Doch was geschieht im Inneren des Tunnels?

  • Die meisten modernen Sauger sind mit einer Hygieneklappe versehen, die sich schließt, sobald kein Sog mehr herrscht. Eigentlich gedacht, um Dreck am Ausflug zu hindern, ist sie für die Spinne ohnehin zweitrangig – die wartet garantiert nicht auf ihr Comeback.
  • Wird eine Spinne eingesaugt, bedeutet das nahezu immer einen grausamen Tod. Durch den Luftstrom wird sie mit über 100 km/h durch das Rohr gefeuert und landet – je nach Modell – mit voller Wucht am Plastikbehälter oder im Staubbeutel.
  • Wenig Trost bietet der Beutel: Auch hier sorgt feiner Schmutz, der beim Staubsaugen durch die Luft wirbelt, für tödliche Projektile. Die langen, oft gebogenen Rohre sind besonders fatal, weil die Spinne mehrfach gegen die Innenwände geschleudert wird – für die meisten größeren Arten ist das das sichere Ende.

Statt einer Superheldin auf Rachefeldzug erwartet sie also das Abenteuer der Endgültigkeit.

Tierfreundliche Alternativen: Wie man Spinnen am Leben lässt

Was tun, wenn man den achtbeinigen Kumpan nicht als Mitbewohner akzeptieren will – aber weder eine härtere Staubsauger-Methode noch schlechte Laune riskieren möchte? Hier ein paar Möglichkeiten für Tierfreundinnen und Helden des Alltags:

  • Mutige können die Spinne sanft mit einer Hand in die andere schieben, vorsichtig umschließen und in die Freiheit entlassen. Vielleicht mal ausprobieren – so gruselig ist das nicht, ehrlich!
  • Klassiker für Abstandsliebende: ein Glas mit ausreichend großer Öffnung nehmen (Achtung: keine Beine einklemmen!), darüberstülpen, Karton drunterschieben, fertig. Flugs hinausgetragen – aber nicht direkt vor die Haustür, denn Spinnen haben ein ziemlich gutes Navi und finden schnell zurück. Ideal: mindestens 30 Meter entfernt aussetzen.
  • Für Technikfreunde gibt es spezielle Fang-Gadgets (jep, Galaxus freut’s!). Funktionieren wie das Glas, nur eben mit cleveren Extras – und kosten ein bisschen mehr.

Auch wenn es für Spinnenphobiker ein echter Endgegner bleibt: Diese Methoden sind besser für das Tier, das Ökosystem – und das eigene Gewissen.

Zurück in die Natur: Spinnen und ihre Rolle im Ökosystem

Wer der Spinne draußen ein neues Zuhause schenkt, hilft übrigens mit, das natürliche Gleichgewicht zu erhalten. Drinnen richten die Tiere meist wenig aus, draußen erfüllen sie wichtige Aufgaben. Noch Neugier auf Spinnen? Für den nächsten Familiennachmittag gibt’s Bücherempfehlungen: Von der „kleinen Spinne Widerlich“ von Diana Amft über die Abenteuer von Karlheinz und Bisi aus der Feder von Kai Pannen bis zu den Naturführern der Kosmos-Verlagsreihe – auch für Natur-Einsteiger bietet sich so ein Zugang zur Artbestimmung. Allerdings: Nicht überall sind die genannten Bücher verfügbar.

Fazit: Ob Ihr Euren Staubsauger künftig stehen lasst oder nicht – Ihr kennt jetzt die wahren Hintergründe. Für Herz, Umwelt und einen Hauch von Abenteuer empfiehlt sich: Glas, Karton und ein paar Schritte vor die Tür. Und falls Ihr tatsächlich eine Spinne im Inneren aufsaugt: Macht Euch keine Sorgen über nächtliche Rache. Den Weg zurück findet sie – statistisch gesehen – ganz bestimmt nicht mehr.

P.S.: Für diesen Artikel kam keine Spinne zu Schaden. Die Fakten beruhen auf wissenschaftlichen Untersuchungen zur tödlichen Staubsaug-Mission. Und sollte in Eurem Land der Bücher-Link fehlen – sorry, daran wird noch gearbeitet!

 

Clara Hoffmann
Verfasst von Clara Hoffmann

Clara Hoffmann ist Journalistin und Redakteurin mit Schwerpunkt auf Gesellschaft, aktuelle Themen und Psychologie. Sie analysiert gesellschaftliche Entwicklungen, zwischenmenschliche Fragen und die psychologischen Hintergründe des Alltags mit Klarheit und Feingefühl.

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