Hier geht es nicht um Kompostierung. Diese Maßnahme soll die Kreislaufwirtschaft fördern und die Umweltbelastung durch die Textilindustrie verringern – eine Branche, die mehr Treibhausgasemissionen verursacht als der gesamte internationale Flug- und Schiffsverkehr zusammen.
Was besagt das neue Gesetz?
Seit dem 1. Januar 2026 schreibt das deutsche Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) vor, dass Alttextilien nicht mehr im Restmüll entsorgt werden dürfen. Textilien müssen künftig getrennt gesammelt werden.
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Neben Kleidung gilt die Regelung auch für Bettwäsche, Handtücher, Gardinen, Decken, Teppiche und Lederartikel. Ziel ist es, diese Materialien nicht mehr zu verbrennen oder auf Deponien zu entsorgen, sondern sie wiederzuverwenden oder zu recyceln.
Die deutsche Gesetzgebung hat hierzu noch keine eindeutige Regelung getroffen. In Österreich dürfen beschädigte und verschmutzte Textilien weiterhin im Restmüll entsorgt werden, um den Recyclingprozess nicht zu gefährden – eine ähnliche Klarstellung wird auch in Deutschland erwartet.
Wer sich nicht an die neuen Regeln hält, muss mit Konsequenzen rechnen: Die Müllabfuhr kann die Abholung des Restmülls verweigern, wenn dieser Textilien enthält. Auch Bußgelder sind möglich.
Wohin mit den alten Kleidern?
Es gibt viele Möglichkeiten, Kleidung loszuwerden, ohne sie in den Müll zu werfen:
Noch tragbare Kleidung:
- Verkauf auf Plattformen wie Vinted, eBay Kleinanzeigen oder Momox
- Spende an gemeinnützige Organisationen wie das Deutsche Rote Kreuz (DRK), Caritas oder Diakonie
- Abgabe in Second-Hand-Läden oder Sozialkaufhäusern
Beschädigte oder nicht mehr tragbare Textilien:
- Abgabe in Altkleidercontainern zur Wiederverwertung
Wie funktioniert die Altkleidersammlung in Deutschland?
Deutschland verfügt über ein gut ausgebautes Sammelsystem für Alttextilien. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) betreibt bundesweit rund 18.000 Altkleidercontainer sowie etwa 750 Kleiderkammern und Kleiderläden. Diese Container befinden sich häufig in der Nähe von Supermärkten, Bahnhöfen oder S-Bahn-Stationen.
In den Containern können Kleidung, Haushaltswäsche, Schuhe und Taschen abgegeben werden – egal ob in gutem oder schlechtem Zustand.
Was passiert mit den gesammelten Textilien?
Ein Teil der gut erhaltenen Kleidung wird über die Kleiderkammern des DRK an bedürftige Menschen weitergegeben. Nicht mehr tragbare Textilien werden an Verwertungsunternehmen abgegeben, die daraus Putzlappen, Fußmatten oder Autositzbezüge herstellen. Die Hauptsammlungsmethode in Deutschland sind Depotcontainer, über die 88 % der Textilien erfasst werden.
Wo finde ich einen Altkleidercontainer in meiner Nähe?
Sammelstellen finden Sie über folgende Websites:
- DRK:
- Sammelstellenfinder
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Warum ist diese Regelung so wichtig?
Deutschland wird bis 2026 voraussichtlich fast zwei Millionen Tonnen Textilabfälle pro Jahr produzieren – das entspricht über 17 Kilogramm pro Person. Die neue Verordnung ist daher ein wichtiger Schritt, um die Umweltbelastung durch unseren Kleiderkonsum zu reduzieren und wertvolle Ressourcen im Kreislauf zu halten.