Als er dem Adler näherkommt, erkennt er schockiert, was in den Krallen steckt

 

Wenn Naturforscher Doug Gemmell einen jungen Weißkopfseeadler ins Visier nimmt, erwartet er eher Fischfang im Sonnenaufgang als Fastfood aus dem Asphalt. Aber was ihm diesmal vor die Linse flog, verschlug selbst ihm die Sprache – und brachte ihn ordentlich zum Schmunzeln.

Adler gegen Pizza – Eine Szene, die niemand erwartet hat

Was eigentlich nach einer ganz normalen Tour unter freiem Himmel aussah, entwickelte sich für den erfahrenen Tierfotografen Doug Gemmell schnell zu einem Moment voller Überraschungen. Er war wie so oft draußen, die Kamera griffbereit, um die Schönheit der Natur festzuhalten – nichts Ungewöhnliches für ihn, der regelmäßig Greifvögel beobachtet und fotografiert.

Gemmell war gezielt auf der Suche nach einem jungen Weißkopfseeadler, einer der eindrucksvollsten Greifvögel Nordamerikas. Doch anstatt den typischen Jagdflug Richtung See zu beobachten – wo Adler meist auf Fischfang gehen – steuerte der Jungadler seltsam genug einen ganz anderen Anflugpunkt an: einen ganz profanen Parkplatz.

Neugierig verfolgte Gemmell mit seiner Kamera das ungewöhnliche Verhalten weiter. Keine Ahnung, was da auf ihn zukam – aber mit einem normalen Naturfoto hatte das wenig zu tun.

Als Gemmell sich später die geschossenen Aufnahmen ansah, konnte er seinen Augen kaum trauen: Der Adler saß da, stolz wie Oskar, und krallte fest… ein Stück Peperoni-Pizza. „So etwas sieht man garantiert nicht jeden Tag“, kommentierte Gemmell lachend.

Von Fisch zu Fastfood? Überlebenskünstler im urbanen Dschungel

Diese kuriose Szene wirft ein spannendes Licht auf die Flexibilität städtischer Wildtiere. Natürlich ist es nichts Besonderes, Tiere in Wäldern oder an Seen zu beobachten – aber ein Adler, der zwischen Autospuren nach Essbarem sucht? Willkommen in der modernen Welt!

Ob der Adler tatsächlich vorhatte, die Pizza zu verschlingen oder einfach nur Spaß daran hatte, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Schließlich ernähren sich Weißkopfseeadler ausschließlich von Fleisch; Brot und Käse können sie gar nicht verdauen. Experten halten es daher für viel wahrscheinlicher, dass der junge Adler mit dem Pizzastück bloß spielte.

Und doch steht das Foto für mehr als nur einen lustigen Schnappschuss:

  • Stadtwildtiere – darunter Adler und Falken – passen sich laut einer Studie der National Wildlife Federation (2021) heutzutage deutlich schneller an menschliche Lebensräume an, als man lange angenommen hatte.
  • Sie plündern Müll oder zugängliche Essensreste, lernen spielend, aus den Möglichkeiten der Stadt Kapital zu schlagen.

Auch Greifvögel wie der Weißkopfseeadler passen ihr Verhalten an – etwas, das Forscher der Cornell University jüngst dokumentierten. Die Ausbreitung dieser majestätischen Vögel in städtische Gebiete sei vor allem dem größeren Angebot an Nahrung in von Menschen bevölkerten Zonen geschuldet – auch, wenn ursprüngliche Lebensräume mittlerweile schwinden.

Aus dem Wald auf den Parkplatz: Natur zeigt sich anpassungsfähig

So originell und witzig das Pizzastück in den Krallen auch ist, das Bild von Gemmell unterstreicht eine ernsthafte Entwicklung: Tiere finden sich immer häufiger in einer Welt wieder, in der natürliche Rückzugsorte schrumpfen und die Suche nach Futter auch mal quer durch Parkanlagen oder eben Parkplätze führen kann. Das erfordert einige Kreativität – und Offenheit für Überraschungen.

Weißkopfseeadler gelten als beeindruckende Jäger mit gewaltigen Flügeln und messerscharfem Blick. Im Vergleich zu kleineren Greifvögeln mögen sie zwar nicht die wendigsten Flieger sein, doch ihre Anpassungsfähigkeit und Kraft sind legendär. Dank dieser Fähigkeiten gelingt es ihnen auch im „Großstadtdschungel“, Beute zu machen – wenn auch mal auf ungewöhnliche Art.

Ein Foto zum Schmunzeln – und ein Denkanstoß für uns Menschen

Was nehmen wir also mit aus dieser Begegnung zwischen Adler und Pizza? Vor allem eins: Die Natur entwickelt sich stets weiter – und überrascht uns dabei immer wieder, gerade dann, wenn wir die Kamera schon fast ausgestellt haben.

Gemmells Entdeckung ist eine erfrischende Anekdote, aber auch ein Spiegel dafür, wie sich Wildtiere immer raffinierter an den modernen Alltag anpassen. Es lohnt sich, beim nächsten Gang durch die Stadt nicht nur auf Ampeln, sondern auch mit wachem Blick auf tierische Überraschungen zu achten. Wer weiß – vielleicht flattern schon bald die nächsten Naturwunder zwischen Parkplatz und Pommesstand vorbei?

 

Clara Hoffmann
Verfasst von Clara Hoffmann

Clara Hoffmann ist Journalistin und Redakteurin mit Schwerpunkt auf Gesellschaft, aktuelle Themen und Psychologie. Sie analysiert gesellschaftliche Entwicklungen, zwischenmenschliche Fragen und die psychologischen Hintergründe des Alltags mit Klarheit und Feingefühl.

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