Jetzt ist es offiziell: Leonardo da Vinci lag – mal wieder – richtig! Jahrhunderte nach seinen berüchtigten Skizzen kommen nun die geheimen Tunnel unter dem Mailänder Schloss Sforza ans Tageslicht. Wer hätte gedacht, dass Hightech und Renaissance-Handschrift ein so explosives Gespann abgeben?
Da Vinci, das Schloss Sforza und uralte Spekulationen
Das Schloss Sforza inmitten Mailands blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Im 15. Jahrhundert von Herzog Francesco Sforza grundlegend umgestaltet, wurde es zu einer mächtigen Festung mit Türmen, Höfen und mit Fresken geschmückten Sälen. Später, im gloriosen Jahr 1494, betraute Ludovico Sforza niemand Geringeren als Leonardo da Vinci damit, die Anlage durch Kunstwerke zu verschönern. Leonardo ließ sich nicht lumpen und dokumentierte im Codex Forster I ein weit verzweigtes Netz unterirdischer Gänge – Tunnels, die über Jahrhunderte für Gerüchte, Spekulationen und schiefe Blicke sorgten. Bis heute blieben sie aber verschwunden wie der berüchtigte Hausmeister in der Mittagspause.
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Moderne Technik trifft Renaissance-Genie: Die Tunnel werden sichtbar
Doch jetzt kommt Leben in die unterirdische Kiste! Mithilfe von Bodenradar und Laserscans konnten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Tunnel tatsächlich aufspüren und kartografieren. Francesca Biolo von der Polytechnischen Universität Mailand betont, wie wegweisend diese Technologien sind: Sie machen bislang unzugängliche Hohlräume sichtbar und ermöglichen damit erstmals systematische Forschungen zu den legendären geheimen Fußwegen der Familie Sforza.
- Bodenradar spürt versteckte Hohlräume auf
- Laserscans liefern dreidimensionale Modelle der unterirdischen Strukturen
So verschwimmen fortan die Grenzen zwischen Mythos und Realität. Die moderne Forschung ergänzt die Skizzen Leonardos durch messbare Daten und bringt frischen Wind in die Geschichte.
Wozu der ganze Tunnelzauber?
Was Leonardo schon wusste, bewahrheitet sich: Die Tunnel unter dem Schloss Sforza dienten vermutlich in erster Linie militärischen Zwecken – etwa, um sich bei Belagerungen flink aus dem Staub zu machen oder Truppen unbemerkt zu verlegen. Doch manche der geheimen Pfade hatten offenbar auch eine persönlichere Rolle. Ein besonders spannender Gang verband das Schloss nämlich direkt mit der Basilika Santa Maria delle Grazie, dem Standort von Leonardos wohl berühmtestem Werk, „Das Abendmahl“.
Dieser Verbindungsgang könnte ein schneller Zugang zu den Sforza-Familiengräbern gewesen sein – eine durchaus symbolische Verbindung von weltlicher Macht und geistlicher Sphäre. Hier zeigt sich, dass die Tunnel nicht nur militärische Bedeutung hatten, sondern auch einen höchst privaten Bezug zum Alltag der Sforza-Dynastie.
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Digitales Schloss, analoge Faszination und neue Perspektiven
Die Bestätigung der Tunnel existiert nicht nur auf dem Papier. Experten stellen sich bereits vor, wie sie dem Schloss Sforza ein „digitales Zwillingsbruderchen“ verpassen: Ein detailgetreues, virtuelles Abbild, das neben dem heutigen Aussehen auch die wechselvolle Baugeschichte integriert. Franco Guzzetti, Professor für Geomatik an der Polytechnischen Universität Mailand, hält fest, dass hier historische Elemente mit modernen Methoden verschmolzen werden, um die Transformation des Bauwerks über die Jahrhunderte erfahrbar zu machen.
Der Clou: Mittels Augmented Reality sollen Museumsbesucher künftig die sonst verborgenen Labyrinthe hautnah digital erleben können. Ein Spaziergang durch die Geschichte gefällig, ohne sich dabei die Hände schmutzig zu machen? Kein Problem!
- Ein digitaler Zwilling des Schlosses ermöglicht virtuelle Erkundungen
- Augmented Reality öffnet neue Wege durch verschlossene oder zerstörte Bereiche
Die drei Museen des Schlosses – die Pinakothek, das Museum der Pietà Rondanini und das Museum für antike Kunst – könnten davon kräftig profitieren. Denn schon jetzt zieht die Entdeckung Forscher und Geschichtsinteressierte magisch an. Die künftige Möglichkeit, die Tunnel virtuell zu erkunden, könnte den Kultur- und Tourismusstandort Mailand ordentlich beleben und Besuchern ganz neue Einblicke in ein bislang verborgenes Stück Geschichte liefern.
Fazit: Die Entwicklung zeigt, wie moderne Technik unsere Sicht auf die Vergangenheit verändert und neugierig macht auf alles, was noch tief unter unseren Füßen schlummern könnte. Wer weiß: Vielleicht versteckt sich ja irgendwo dort unten noch das eine oder andere vergilbte Notizbuch Leonardos? Bis dahin dürfen wir an den digitalen und analogen Spuren weiterforschen – und beim nächsten Mailand-Besuch nicht vergessen, ganz genau hinzuschauen. Das Abenteuer beginnt manchmal eben unter der Oberfläche!