Meerblick weg: Warum plötzlich eine Betonmauer vor ihrer Terrasse steht

 

Meerblick? Ab jetzt leider nur noch Beton-Panorama. In Bournemouth hat sich für Liz Bates das Leben schlagartig verändert: Wo einst Meerrauschen lockte, türmt sich heute eine 2,4 Meter hohe Mauer. Willkommen im Dauer-Schatten – und das mitten im eigenen Zuhause!

Vom Traum zur Tristesse: Der Anfang eines Albtraums

Liz Bates, 42, Mutter und langjährige Bewohnerin eines hübschen Hauses mit Meerblick auf die Bucht von Poole, dachte, sie würde noch viele ruhige Frühstücke auf ihrem Balkon genießen. Plötzlich ist Schluss damit: Malerische Aussichten wurden von einer Betonwand verdrängt, die jetzt wie ein uneingeladener Riesengast nur sechs Meter vor ihrem Balkon steht. Statt Weitblick Dämmerlicht – Liz und ihre Familie in Bournemouth fühlen sich laut The Sun sprichwörtlich eingemauert.

Pikantes Detail: Anfangs wurden bloß ein paar betontrocken wirkende Betonsteine vor dem Haus angeliefert. Bates beschreibt den Moment noch ganz genau: “Ich fragte die Arbeiter, wofür die Steine seien, und sie sagten mir, es wäre für eine Terrassenmauer.” Allerdings schwante ihr zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass der Mauerbau ihren freien Blick so radikal blockieren würde.

Seitdem leben die Bates im Baustellen-Modus: Türen und Fenster bleiben geschlossen – und das unabhängig von der Außentemperatur. “Wir haben das Gefühl, seit Beginn der Arbeiten wie Goldfische im Glas zu leben. Wir machen alles dicht, weil die Bauarbeiter auf der Baustelle rauchen und der Rauch direkt in unsere Wohnung zieht,” berichtet die sichtlich frustrierte Hausbesitzerin.

Baugenehmigung? Ja. Transparenz? Fehlanzeige!

Zugegeben, irgendwo gibt es angeblich eine Genehmigung für eine Terrasse. Doch der Entwickler hat laut Liz Bates keinen einzigen Plan offengelegt, der klären würde, wo diese Terrasse entstehen wird. “Wir haben angenommen, man würde sie vor die Apartments setzen – und nicht auf eine Terrasse direkt über dieser Mauer im ersten Stock!” Für Bates ist das ein Affront sondergleichen: “Das ist pure Provokation, er geht offenbar davon aus, am Ende im Berufungsverfahren recht zu bekommen.”

Die Ohnmacht sitzt tief: Auf der einen Seite die langjährige Familie, deren Wurzeln seit 100 Jahren an diesem Ort reichen – auf der anderen Seite ein Bauprojekt mit hochpreisigen Luxuswohnungen. “Meine Familie lebt hier seit 100 Jahren. Ich bin hier aufgewachsen. Ich bin sehr wütend,” so Liz Bates. Die vertraute Heimat erscheint ihr durch die Mauer entstellt. “Wir wollten sogar umziehen, aber die Immobilienmakler erklärten uns, das Haus habe wegen der Baustelle so viel an Wert verloren, dass es gar nicht mehr möglich ist. Wir hängen hier fest. Unser Außenbereich ist unbrauchbar, und wir haben viel natürliches Licht verloren.”

Zwischen Resignation und Widerstand

  • Gefühl der Ausgeliefertheit – oder doch noch Hoffnung?
  • Der Alltag ist jetzt geprägt von Baustellenlärm, Rauchschwaden und Betonwänden.
  • Die Kinder der Familie erleben nicht mehr den maritimen Garten, sondern ein Schattenreich.

Bates schwankt zwischen Resignation und Kampfgeist. Sie empfindet den Streit als einen ungleichen Schlagabtausch, bei dem der Bauträger scheinbar am längeren Hebel sitzt. Dabei wollte sie einfach nur in Ruhe mit Blick aufs Meer leben – so, wie sie es ihr ganzes Leben kannte.

Bauträger: Recht haben reicht aus?

Und was sagt der andere “Kontrahent”? Der Bauträger wiegelt ab – ganz nach britischem Rechtsempfinden: “Kein Hausbesitzer im Vereinigten Königreich hat ein Recht auf einen Ausblick, das ist Gesetz,” erklärt Eddie Fitzsimmons von Vivir Estates. Ja, es sei schade für die Betroffenen, dass die Sicht aufs Meer verschwindet, meint Fitzsimmons. Aber: “Ich denke, dass dieses Projekt die Nachbarschaft aufwerten und die Immobilienpreise steigen werden.” Klar, denn von der Betonmauer profitiert bestimmt irgendjemand.

Fazit: Manchmal kann eine einzige Mauer das eigene Leben auf den Kopf stellen. Die Geschichte der Familie Bates zeigt eindrücklich, wie wenig Einfluss Anwohner oft auf großangelegte Bauprojekte haben – und wie hilflos man sich dabei fühlen kann. Wer sich also beim nächsten Umzug auf einen tollen Ausblick freut: Prüfen Sie lieber nochmal die Baupläne in der Nachbarschaft. Es könnte sich lohnen – und viel Frust ersparen!

 

Clara Hoffmann
Verfasst von Clara Hoffmann

Clara Hoffmann ist Journalistin und Redakteurin mit Schwerpunkt auf Gesellschaft, aktuelle Themen und Psychologie. Sie analysiert gesellschaftliche Entwicklungen, zwischenmenschliche Fragen und die psychologischen Hintergründe des Alltags mit Klarheit und Feingefühl.

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