Beinahe niemand weiß, wie der echte Schrei eines Schweins wirklich klingt – und das ist schade! Denn was im Stall nach einfacher Lautmalerei klingt, birgt ein faszinierendes Universum zwischen Wissenschaft, Tierkommunikation und ziemlich lauter Landmusik…
Der Klangteppich der Schweinestimme: Nicht nur „Oink“!
Auf dem Bauernhof ist das Schwein (Sus scrofa domesticus) schwer zu übersehen: Sein massiger Körper fällt ins Auge, aber es ist vor allem der Lärm, der ins Ohr sticht. Die Frage „Wie nennt man eigentlich den Schrei des Schweins?“ wirkt banal, hat es aber in sich. Wie bei Kuh und Pferd hat auch das Schwein seine eigene Palette: Es grunzt und quiekt – und zwar mit kräftig tiefen, manchmal rauen, gutturalen Tönen. Aber das ist längst nicht alles.
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- Schweine nutzen ein bemerkenswert breites Repertoire, das von hohen Quietschtönen bis zu tiefen, dröhnenden Lauten reicht.
- Forscher des INRAE haben mehr als zwanzig verschiedene Vokalisationen identifiziert, die auf Gefühle und Situationen wie Angst, Schmerz, Freude, Futtersuche oder Sozialspiele hinweisen.
- Mit Lautstärken von bis zu 115 Dezibel darf sich ein Schwein offiziell mit Rockkonzerten messen – Hut ab für so viel Power im Stall!
Wie entsteht das echte Schweinegrunzen?
Wer ein Schwein nachmacht, schnäuzt oft kräftig mit dem eigenen Rachen. Die echten Schweine nutzen dafür aber ein ganz anderes Körperorchester. Zwar besitzen sie, wie andere Säugetiere, einen Kehlkopf und Stimmbänder, aber entscheidend für ihren Sound ist vor allem die besondere Form ihres Rachens und die potenten Brustmuskeln. Daraus entstehen einzigartige, manchmal fast ohrenbetäubende Resonanzen. Ein menschliches „grunz grunz“ ist für Kinder ganz witzig – reicht jedoch bei Weitem nicht an die komplexe Klangwelt der Schweine heran.
Je nach Stimmung unterscheiden sich die Töne deutlich:
- Bei negativer Emotion – etwa Angst oder Schmerz – lassen Schweine längere, oft schrille Schreie oder Quieker hören.
- Geht‘s ihnen gut oder sie sind in sozialen Alltagssituationen, sind die Laute kurz, nahe am klassischen Grunzen oder an kleinen Bellerchen.
- Häufig unterstreicen sie ihre Statements körpersprachlich: mit gespitzen Ohren oder wedelnden Schwänzen.
- Selbst das Grunzen taucht in freundlichen Kontexten auf, etwa bei der Futtersuche, im Sozialleben oder zur Gruppen-Kommunikation. Die Schweinesprache hat also eine echte Grammatik!
Intelligenz im Stall: Was die Forschung über Schweine verrät
Hinter dem Klangkosmos verbirgt sich erstaunliche Intelligenz. Tiere, deren Geräuschkulisse oft unterschätzt wird, sind keineswegs tumbe Vielfraße oder neugierige Rüsseltierchen. Im Gegenteil! Studien zeigen:
- Hausschweine lernen komplex, können sich Wege merken, Probleme lösen und Gegenstände mit dem Rüssel handhaben.
- Sie erkennen sich im Spiegel, unterscheiden Symbole und schaffen es, einen Joystick zur Steuerung eines Cursors am Bildschirm zu verwenden – clever genug, um mit Hunden oder sogar Delfinen in einer Liga zu grunzen.
- Experimente zeigen sogar, dass Schweine vorausschauen oder empathisch auf den Stress eines Artgenossen reagieren können. Gefühlsleben von Schweinen? Gibt es!
2022 entstand ein Algorithmus im Rahmen des Projekts SOUNDWEL. Mit 7.414 Aufnahmen von 411 Schweinen wurde ein präzises Muster der Vokalisationen erstellt, abgestimmt auf Emotionen und Lebensphasen – von Geburt bis Schlachtbank. Das Ziel: Wer Schweinestimmen auswertet, kann Emotionen und Gesundheitszustand ablesen – wertvoll für moderne Landwirtschaft.
Zunehmend werden in Experimentierställen Mikrofone eingesetzt, die rund um die Uhr Schweinegeräusche festhalten. Durch akribische Analyse werden Stress, Atemwegserkrankungen und Fütterungsprobleme früh erkannt. Aus einem scheinbar schlichten „Oink“ wird so ein wertvoller Indikator für Tierwohl. Mehr noch: Die enge Ähnlichkeit der Schweine- mit der menschlichen Stimme macht Schweine zu Modellen für Forschungszwecke – sogar zur Entwicklung neuer Therapien für Stimm- oder Atemprobleme und für Larynx-Transplantationen.
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Schweine als Freunde: Nicht nur im Stall und Labor
Vergessen wir den Bauernhofmoment – Schweine sind auch längst als Haustiere angekommen! Miniatur-Rassen wie das vietnamesische oder das Göttinger Minischwein leben als treue Begleiter sogar in Familien. Sie sind lernfähig, sozial, können ihren Namen erkennen, einfache Kunststücke lernen und echte Bindungen zu ihren Besitzern aufbauen.
Wichtig ist aber: Romantisiere das Schwein nicht! Auch Mini-Schweine sind anspruchsvoll. Sie brauchen genug Platz, geistige Beschäftigung und das richtige Futter. Hinter all dem Lärm steckt aber immer ein sensibles, kommunikatives und neugieriges Wesen.
Fazit: Wer Schweine brüllen, quieken und grunzen hört, sollte zweimal hinhören. Denn hinter dem ohrenbetäubenden Auftritt steckt nicht nur ein großes Herz, sondern auch ein verdammt cleverer Kopf. Das nächste Mal also – vor dem schnellen „grunz grunz“: Vielleicht lauschen Sie einmal respektvoll den Worten Ihres neuen Lieblings-Rockstars im Stall.