Geplante Obsoleszenz – ein Mythos oder steckt doch mehr dahinter? Der Verdacht, dass unsere Lieblingsgeräte von der Waschmaschine bis zum Smartphone absichtlich ein kurzes Leben haben sollen, hält sich wacker. Doch was ist wirklich dran? Ein Blick hinter die Kulissen der Gerätehersteller zeigt: Die Wahrheit ist spannender – und vor allem nuancierter!
Smartphones, Waschmaschinen & Co.: Ein Leben auf Zeit?
- Hersteller von Elektrogeräten stehen immer wieder im Verdacht, die Lebensdauer ihrer Produkte mutwillig zu verkürzen – das berüchtigte Konzept der geplanten Obsoleszenz.
- Doch so einfach ist es nicht: Die Realität hängt stark von Produktkategorie, Preisklasse und sogar vom einzelnen Hersteller ab.
Gerade bei modernen, vernetzten Geräten sieht die Lage anders aus als bei den guten, alten Vollmetall-Giganten der 1980er-Jahre. Smartphones? Sie stehen sinnbildlich für die vergängliche Elektronik unserer Zeit. Zwischen verlangsamenden Software-Updates, Akkus, die schneller leer sind als sie geladen werden, und dem Verlangen nach immer neuen Funktionen liegt ihre durchschnittliche Lebenszeit nur bei zwei Jahren. Computer schlagen sich etwas besser, leben aber im Schnitt auch nur zweieinhalb bis fünf Jahre.
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Weiße Ware: Qualität hat Bestand – und ihren Preis
Zum Glück ist die Haltbarkeit bei Großgeräten oft (noch) deutlich besser. Wer sich für hochwertige Modelle entscheidet, wird mit langlebigen Begleitern belohnt: Waschmaschinen halten im Schnitt zehn Jahre durch, Kühlschränke schaffen sogar elf! Allerdings: Bei der Jagd nach Schnäppchen gerät die Qualität oft ins Hintertreffen – und damit die Lebensdauer. Deshalb veröffentlichen Organisationen wie UFC Que Choisir und 60 Millionen de Consommateurs regelmäßig Zuverlässigkeitsrankings und geben damit Orientierung in dem kunterbunten Geräte-Dschungel.
- Die Lebensdauer vieler Top-Marken ist in den letzten Jahren kaum gesunken.
- Es gibt weiterhin Großgeräte mit einer ausgewogenen Mischung aus Energieeffizienz und langem Leben.
Die technologischen Umbrüche – denken wir an den Wechsel von der analogen zur digitalen TV-Übertragung – oder der Wunsch nach neuen Funktionen beeinflussen ebenfalls unsere Ersatz-Entscheidungen. Laut einer großen Studie von Ademe und GIFAM funktioniert die Hälfte aller ersetzten Geräte eigentlich noch! Gründe für den Austausch sind entweder schlechte Reparierbarkeit (Aufgabe des Herstellers) oder schlicht der Drang nach Neuem (Hallo, Konsumgesellschaft!).
Weniger Strom, mehr Lebensdauer – geht das?
Gute Nachrichten für alle Energiesparer: Laut Ademe konnte die Einführung neuer, effizienterer Haushaltsgeräte den jährlichen Stromverbrauch pro Haushalt halbieren! Wo früher Waschmaschinen & Co. für 46% des Gesamtverbrauchs verantwortlich waren, liegt ihr Anteil mittlerweile nur noch bei 23%.
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Der Weg zum langlebigen Gerät: Experten-Tipps für clevere Konsumenten
Willst du der geplanten Obsoleszenz ein Schnippchen schlagen? Dann nimm dir die folgende Checkliste zu Herzen:
- Bedarf analysieren! Die richtige Gerätegröße und -leistung wählen: Was für die Großfamilie passt, ist für Singles meist überdimensioniert – und umgekehrt.
- Widerstehe dem Schnäppchenfieber! Lass dich nicht vom Preisschild oder dem beredten Verkäufer verführen. Online-Vergleichsportale und Verbraucherschutz-Tests sind Gold wert.
- Gebrauchsanleitung lesen! Ja, wirklich – auch wenn’s keiner gerne macht. Hier stehen Hinweise, mit denen du dein Gerät gekonnt schonst.
Bei Waschmaschinen zählt besonders:
- Stabiler Stand schützt vor Vibrationen und vorzeitigem Verschleiß.
- Taschen vor dem Waschen leeren: Papierreste und Münzen legen sich nicht leicht mit dem Flusensieb oder dem Trommel-Mechanismus an.
- Waschmaschine nicht überladen, die angegebene Kapazität einhalten.
- Zwischen den Waschgängen Tür offen lassen, damit Feuchtigkeit entweichen kann. Wer will schon modrige Gerüche?
Beim Geschirrspüler sollten die Sprüharme frei schwingen können – falsch platziertes Geschirr rächt sich hier schnell durch blockierende oder beschädigte Teile. Ersatz gibt’s aber einfach.
Beim Kühlschrank solltest du:
- Auf die richtige Schließung und intakte Dichtungen achten.
- Gerät nicht überfüllen und nur der Haushaltsgröße entsprechend wählen.
- Fernhalten von Herd oder Ofen – Hitze ist der Lebensdauer-Killer!
- Türe nicht zum Lieblingsspielzeug der Kinder machen – ständiges Öffnen kostet Energie und hilft nur dem Hersteller, aber nicht dir.
Essensreste haben übrigens im Abflussfilter von Waschmaschine und Spülmaschine nichts verloren – sie blockieren und verstopfen, was viel zu oft vermeidbar gewesen wäre. Regelmäßiges händisches Säubern ist hier ein echter Lebenszeit-Booster.
Letzter Tipp: Reparieren lohnt sich! Viele Geräte lassen sich mit etwas Geschick zu Hause, beim Profi oder im “Repair Café” retten, bevor sie im Elektroschrott landen. Ein neues Reparatur-Label (der berühmte „Reparierbarkeitsindex“) hilft dir nun auch beim Einkauf einzuschätzen, wie gut sich ein Gerät wieder flottmachen lässt.
Fazit: Wer seine Hausgeräte treu behandelt, hat lange Freude daran – und schont nebenbei Budget und Umwelt. Geplante Obsoleszenz? Nicht immer! Aber ein kluger, bewusster Umgang mit Technik macht den Unterschied. Also ran ans Handbuch – und das nächste Gerät wird zum Familienmitglied auf Zeit!