Goldene Zeiten für Zufallsfunde: Was haben eine Winterwanderung, ein alter Steinhaufen und gut versteckte Gläser mit einer der spannendsten Schatzentdeckungen der Neuzeit zu tun? Überraschend viel! Zwei glückliche Spaziergänger stolperten im Nordosten Tschechiens jüngst über das Abenteuer ihres Lebens und förderten einen geheimnisvollen Goldschatz zutage, der nicht nur Historiker begeistert.
Ein Schatz aus dem Nichts – und plötzlich Geschichte zum Anfassen
Wer im Winter durch die tschechischen Hügel streift, rechnet eher mit kalten Füßen als mit einem spektakulären Fund. Doch zwei Spaziergänger, die an der Zvičina einen einfachen Steinmauer-Hügel inspizierten, entdeckten Unfassbares: In nur zwei Gefäßen – einem Aluminiumglas und einer Metallbox, keine Meter auseinander verborgen – befanden sich rund 600 Goldmünzen, sorgfältig in schwarzes Tuch gehüllt und übereinandergelegt. Das Paket hatte es in sich: Neben den Münzen lagen Tabakdosen, Schmuck, ein Metallgeldbeutel, ein Kamm und eine hübsch geschmückte Kette samt Schlüssel. Gesamtgewicht des Funds? Stolze sieben Kilo, mit knapp 3,75 Kilo davon pures Gold.
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Spurensuche: Wer verbirgt solch einen Schatz – und warum?
Die ersten Untersuchungen des Museums für Ostböhmen legen nahe: Die geheimnisvolle Goldgrube wurde nach 1921 vergraben. Besonders spannend: Winzige Gegenstempel auf manchen Münzen stammen aus Ex-Jugoslawien der 1920er bis 1930er Jahre. Daraus schließen Experten, dass die Münzen weite Wege quer durch Europa hinter sich hatten, bevor sie in Tschechien im Boden landeten. Die Münzen stammen überwiegend aus Frankreich, seltener aus Österreich-Ungarn, Belgien und dem Osmanischen Reich. Auffällig: Weder eine deutsche noch eine tschechoslowakische Münze befindet sich unter den Fundstücken – ein absolutes Kuriosum in dieser Region, das Historiker neugierig macht.
Laut Numismatiker Vojtěch Brádle, der die wissenschaftlichen Nachforschungen begleitet, wurde diese Goldreserve klar wegen ihres materiellen Werts aufbewahrt. Im bewegten 20. Jahrhundert, geprägt von Krisen, Kriegen und Umbrüchen gerade in Mitteleuropa, lagert niemand grundlos Edelmetall – eher ergibt das einen durchdachten Plan zum Schutz gegen drohende Unsicherheiten, seien sie politisch, wirtschaftlich oder ganz privater Natur.
Hightech für Gold und Geschichte: Wie Forscher den Fund entziffern
Dem Zufallsfund wird nun mit moderner Wissenschaft auf den Zahn gefühlt. Die Experten setzen auf die zerstörungsfreie Röntgenfluoreszenzanalyse (XRF), um die chemische Zusammensetzung der Münzen, Schmuckstücke und weiteren Objekte zu bestimmen – der Schatz bleibt also unversehrt. Ziel ist es, die Feinheit der Legierungen zu bestimmen, das Alter einzuschätzen und sogar mögliche Herkunftsort zu finden. Stilistische Merkmale wie Gravuren und Schließen geben weitere Anhaltspunkte auf frühere Besitzer.
Fragen wirft auch die historische Einordnung auf: Warum dominiert französisches Gold? Woher rühren die zahlreichen Barren und Fehlen deutscher oder tschechoslowakischer Prägungen? Die Antwort darauf könnte Licht auf die Münzströme nach dem Ersten Weltkrieg in Zentraleuropa werfen. Solche Funde werden von Wissenschaftlern als „materielle Archive kollektiven Stresses“ gesehen – Ausdruck kollektiver Unsicherheit, geschützt durch Gold als ultima ratio bei echter Gefahr.
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Wert und Bedeutung: Mehr als nur ein Festpreis pro Gramm
Der reine Goldwert, bei einem aktuellen Kurs jenseits der 4000 US-Dollar je Unze, würde dem Schatz schon mehrere Hunderttausend Euro Nettoerlös bescheren. Doch der eigentliche Wert geht weit darüber hinaus: Die meisten Objekte sind Zeitzeugen bedeutender gesellschaftlicher und ökonomischer Umbruchsphasen, insbesondere angesichts der dominierenden französischen Goldmünzen und der regional-historischen Prägungen. Die Fundregion selbst durchlebte im 20. Jahrhundert Grenzverschiebungen, Vertreibungen und Enteignungen – der Schatz ist somit ein stummes, aber beeindruckendes Zeugnis von Angst, Weitsicht und Überlebenswille seines unbekannten Besitzers.
Für die ehrlichen Finder winkt laut tschechischem Denkmalschutzgesetz immerhin bis zu 10 Prozent des Schätzwertes – sollte das kulturhistorische Interesse besonders hoch ausfallen. Der Schatz selbst ruht nun in sicheren, klimakontrollierten Museumsdepots und wird sorgfältig katalogisiert. Überstürzte Medienauftritte sind ausdrücklich nicht geplant – sorgfältige wissenschaftliche Arbeit steht im Vordergrund.
- Rund 600 Goldmünzen und weitere Schmuckstücke entdeckt
- Versteckt nach 1921, wohl als Reaktion auf politische/eigene Bedrohungen
- Hauptsächlich französische Stücke, auffallend keine deutschen/tchechoslowakischen
- Aufschlussreiche moderne Analyseverfahren im Einsatz
- Historischer und materieller Wert außergewöhnlich
Fazit: Der verborgene Goldschatz von Zvičina ist kein Einzelfall, sondern exemplarisch für das Bedürfnis nach Sicherheit in unsicheren Zeiten. Die Begeisterung für vergrabene Werte resultiert – damals wie heute – aus dem Wunsch, wirtschaftliche Stürme auszusitzen. Wer wissen will, ob sich Gold auch heute noch eignet, das eigene Vermögen zu schützen: Die Spezialisten von BDOR informieren kenntnisreich zu Gold-, Silber- und Münzkursen und beraten transparent über Ankauf, Verkauf und Wertbestimmung. So bleibt das Abenteuer Schatzsuche auch in nüchternen Börsenzeiten ein kleines Stück lebendige Geschichte!