China überrascht: Schlechte Autos dürfen nicht mehr ins Ausland exportiert werden

 

China rüttelt am Exportmarkt: Schlechte Autos bleiben künftig zu Hause!

Chinas Autoindustrie: Zwischen rasantem Aufstieg und Achillessehne Service

Chinesische Autos haben sich in den letzten Jahren ordentlich ins Zeug gelegt. Einst oft belächelt, müssen sie sich mittlerweile manchmal kaum noch hinter den europäischen Marken verstecken. Aber: Von echter Gleichmäßigkeit sind die Leistungen unter den verschiedenen Modellen noch weit entfernt. Manche glänzen, andere haben eher das Niveau eines Überraschungseis – man weiß nie so recht, was man bekommt.

Doch das größte Problem bleibt der Service nach dem Kauf. Wer ein Auto will, will schließlich nicht nur fahren, sondern auch sicherstellen, dass im Fall der Fälle Hilfe naht. Gerade hier zeigt sich in China mehr und mehr, dass der Nachbesserungsbedarf gewaltig ist.

Service, Service, Service – und zwar nicht nur auf dem Papier

Gute Produkte reichen einfach nicht, wenn man als Autohersteller nachhaltig in fremden Märkten Fuß fassen will. Es muss auch ein funktionierender Kundendienst her. Wer das nicht glaubt, dem liefern jahrelange Recherchen ­– mehr als 25 Jahre Erfahrung aus L’Automobile Magazine sprechen Bände.

Während Korea und Japan dieses Thema sehr früh ernst genommen haben, hat man sich in China offenbar erst spät einen Wecker gestellt. Das bekommen auch manche Besitzer von MG (der in Europa am besten vertretenen chinesischen Marke) zu spüren. Sie klagen über teils absurde Wartezeiten bei Reparaturen – sei es nach einer Panne oder einem Unfall. Hauptgrund: Mangelnde Verfügbarkeit von Ersatzteilen! Besonders das kompakte E-Auto MG4 scheint davon heimgesucht zu werden – Standzeiten statt Fahrspaß.

Ab 2026: Export nur noch mit Lizenz – dem „Sesam öffne dich“ für E-Autos

Um das Chaos einzudämmen, zieht das chinesische Handelsministerium nun die Zügel an. Wer ab dem 1. Januar 2026 Elektrofahrzeuge ins Ausland verkaufen will, braucht eine Exportlizenz. Bisher galt dies nur für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor oder Hybridantrieb. Jetzt rücken die Stromer in den Fokus – höchste Zeit!

Die genauen Spielregeln:

  • Nur die Hersteller selbst oder von ihnen autorisierte Firmen dürfen die Lizenz beantragen.
  • Ziel ist es, zu verhindern, dass dubiose Exporteure E-Autos – manchmal sogar Gebrauchte – nach Europa verschiffen, ohne einen ordentlichen Kundendienst zu gewährleisten.
  • Die Lizenz verpflichtet die Marken unter anderem dazu, während der gesetzlichen Garantiezeit von zwei Jahren einen offiziellen Kundendienst zu bieten und Ersatzteile besser bereitzustellen.

Vollständig werden damit die Schwierigkeiten zwar nicht aus der Welt geschafft. Zum Beispiel fällt MG, trotz der Serviceprobleme, nicht unter diese Fälle von Grauimporten. Doch immerhin könnten so manche böse Überraschungen ausgeblendet werden. Viele chinesische Firmen bieten ihren Kunden längst längere Garantien an, doch die Wartezeiten bei Reparaturen bleiben immer ein Ärgernis. Und, unter uns: Auch westliche Hersteller wie Renault, Peugeot oder Citroën sind nicht ganz frei von solchen Pannen, wie Leserberichte zeigen.

Qualitätsverbesserung, Schutz vor Dumping und die Zukunft der chinesischen Marken

Mit der neuen Lizenz will die Regierung aber nicht nur Probleme flicken, sondern auch ganz gezielt die Qualität der ins Ausland gelieferten E-Autos steigern – und zwar flächendeckend. Sie soll helfen, Wildwuchs und Preiskriege zwischen staatlich genehmigten Herstellern und windigen Exportunternehmen einzudämmen. Letzteres könnte die Rentabilität der zugelassenen Marken gefährden, im schlimmsten Fall gar Pleitewellen auslösen.

Allerdings: Wunschdenken ist wohl auch dabei. Denn die Zahl der Automarken im Reich der Mitte ist aktuell so hoch, dass die heutige Situation kaum auf Dauer durchzuhalten ist. Auf der anderen Seite soll die Regelung zumindest die “lokalen Champions”, wie BYD, absichern. BYD, ein echtes Schwergewicht des Elektroauto-Markts, steckt gerade hohe Summen in die Expansion nach Europa – mit neuen Werken in Ungarn und in der Türkei. Damit sich dieser massive finanzielle Kraftakt überhaupt lohnt, müssen die Verkaufszahlen durch die Decke gehen. Schlechte Presse und unfaire Konkurrenz kann BYD da nun wirklich gar nicht gebrauchen – das Risiko für das Ansehen der chinesischen Autoindustrie wäre zu hoch.

Fazit: Rundumschlag im chinesischen Export – dringend nötig!
Auf echten und virtuellen Rennstrecken schlägt das Herz mancher Autoren für das Auto. Die Faszination lässt sich aber umso besser teilen, wenn alle Seiten – auch die Kundendienst-Qualität – mitspielen. Ob die Lizenzpflicht ab 2026 mehr Glanz in Chinas Exportwelt bringt, wird sich zeigen. Fest steht: Ohne gute Ersatzteilversorgung und Kundenservice bleibt selbst der elektrisierendste Neuwagen bloß ein teurer Türstopper. Kleine Regeländerung, große Wirkung? Die Zeit wird es weisen. Bis dahin: Augen auf beim Autokauf – und Werkzeugkoffer nicht vergessen!

 

Clara Hoffmann
Verfasst von Clara Hoffmann

Clara Hoffmann ist Journalistin und Redakteurin mit Schwerpunkt auf Gesellschaft, aktuelle Themen und Psychologie. Sie analysiert gesellschaftliche Entwicklungen, zwischenmenschliche Fragen und die psychologischen Hintergründe des Alltags mit Klarheit und Feingefühl.

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