Die überraschende Mindesttemperatur zu Hause: Viele riskieren ihre Gesundheit im Winter

 

Bibbernd auf dem Sofa, die Heizungsrechnung im Hinterkopf und der Winterwind vor der Tür – da wird die Frage nach der Mindesttemperatur zu Hause plötzlich brandaktuell. Wie warm ist eigentlich warm genug, damit wir uns wohlfühlen, ohne unser Konto und unsere Gesundheit zu ruinieren? Und kann man von zu viel Sparsamkeit sogar krank werden? Wir nehmen die überraschenden Fakten rund ums Raumklima genauer unter die Lupe!

Wie kalt ist zu kalt? Gesundheitliche Risiken und die WHO-Empfehlung

Jedes Jahr, wenn die Temperaturen draußen fallen, drehen wir drinnen die Heizung auf. Doch dabei ist nicht nur das Wohlgefühl entscheidend – zu kalte Räume gefährden nachweislich die Gesundheit. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) betont, dass niedrige Innentemperaturen direkte Folgen haben: Kalte Luft reizt die Lunge und erhöht drastisch das Risiko für Infektionen der Atemwege, verschärft Asthma und setzt dem Kreislaufsystem durch Vasokonstriktion ordentlich zu.

Die magische Grenze? Laut WHO gilt in gemäßigten oder mäßig kalten Klimazonen: 18 °C ist die absolute Untergrenze für einen sicheren und gesunden Wohnraum. Innerhalb des Bereichs von 18 bis 24 °C müssen gesunde, wenig aktive Erwachsene keine Gesundheitsgefahren befürchten. Darunter wird es, nüchtern betrachtet, kritisch.

Für Risikogruppen – Ältere, Kinder und Menschen mit chronischen Krankheiten – reicht diese Minimaltemperatur laut WHO oft nicht aus. Detailliert benennt die WHO zwar keinen exakten Wert, aber weitere Studien empfehlen für Räume, in denen Babys und gefährdete Personen leben, tagsüber 22 bis 24 °C, nachts nicht unter 18 bis 20 °C. Also lieber einmal mehr an der Temperatur drehen als an der Taschentuchpackung!

Komfort, Energiesparen und die Wissenschaft

Neben der Gesundheit geht es natürlich um Ihr Wohlgefühl. Verschiedene Studien, wie die des spanischen Energieinstituts IDAE, betrachten auch Komfort und Energieeffizienz in geschlossenen Räumen, wobei von „passiven Bewohnern“ ausgegangen wird – also ruhiges Sitzen statt wildes Herumtollen. Die IDAE-Studie empfiehlt:

  • Tagsüber: 21–23 °C
  • Nachts: 15–17 °C

Das Ziel: höchster Komfort bei möglichst geringer Heizkostenrechnung. Über 23 °C? Da wird die Umgebung nicht nur deutlich trockener – auch das Portemonnaie schwitzt, denn jeder zusätzliche Grad kostet zwischen fünf und zehn Prozent mehr Energie.

Warum gibt es keine Patentlösung?

So einfach, wie es klingt, ist es meist nicht: Die ideale Wohlfühltemperatur schwankt und hängt ab von:

  • Wer lebt im Haushalt (Friermonster oder Sauna-Verweigerer)?
  • Alter und Gesundheitszustand
  • Region und lokale Luftfeuchtigkeit
  • Aktivitätslevel und Aufenthaltsdauer in den einzelnen Räumen

Auch verschiedene Räume erfordern verschiedene Temperaturen – im Bad darf es nach der Dusche gerne wärmer sein als im Schlafzimmer, in dem nachts Abkühlung durchaus willkommen ist.

Praktische Empfehlungen für jeden Raum

Kurzer Grundkurs Raumklima: Unterschiedliche Räume, unterschiedliche Anforderungen. Daher unser Tipp:

  • Badezimmer: Für kurze Zeit einen schnellen, elektrischen Heizlüfter nutzen, damit nach der Dusche keiner vor Kälte zittert – die übrige Wohnung muss dafür nicht komplett überheizt werden.
  • Küche: Die Herdwärme sorgt beim Kochen schon für Behaglichkeit, meist hält man sich hier zudem nicht lang auf. Kühlschränke und Co. arbeiten außerdem in moderaten bis niedrigeren Temperaturen effizienter, deshalb: Rund 18 °C reichen absolut aus.
  • Wohnzimmer: Der Rückzugsort darf ruhig etwas wärmer sein als andere Räume. Hier empfiehlt sich eine Temperatur im oberen empfohlenen Bereich.
  • Schlafzimmer: Zur Schlafenszeit gerne kühler als das Wohnzimmer, aber nie unter die WHO-Untergrenze gehen!

Ein komplett einheitliches Thermostat für das ganze Haus ist übrigens am besten in einem mittelmäßig genutzten Zentralbereich aufgehoben. Noch besser, wenn Sie einzelne Räume separat regeln können – das schont Energiekosten und Nerven.

Fazit: Egal wie hoch die Energiepreise klettern, ein gewisses Minimum zuhause ist nicht verhandelbar. 18 °C dürfen es laut WHO auf keinen Fall unterschreiten – für besonders empfindliche Menschen besser mehr. Und wer nicht unnötig schwitzen (und bezahlen) will, bleibt unter 23 °C. Also: Heizung clever einstellen, auf die eigenen Bedürfnisse hören – und im Zweifel lieber zum Kuschelsocken greifen als zum Ärzte-Telefon!

 

Clara Hoffmann
Verfasst von Clara Hoffmann

Clara Hoffmann ist Journalistin und Redakteurin mit Schwerpunkt auf Gesellschaft, aktuelle Themen und Psychologie. Sie analysiert gesellschaftliche Entwicklungen, zwischenmenschliche Fragen und die psychologischen Hintergründe des Alltags mit Klarheit und Feingefühl.

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