Drei fatale Fehler mit Natron – viele machen sie täglich unwissentlich

 

Natron – der Alleskönner im Haushalt, oder doch nicht? Viele von uns schwören auf das weiße Pulver als Multitalent gegen Flecken, Gerüche und Fett. Aber Moment mal: Vieles davon ist schlichtweg ein Mythos! Hier erfahren Sie, welche drei fatalen Fehler laut dem Experten Raphaël Haumont fast täglich unwissentlich mit Natron gemacht werden. Spoiler: Eine Anwendung funktioniert wirklich – die anderen sind mehr Wunschdenken als Wissenschaft.

Warum Natron oft überschätzt wird

Natron – oder chemisch ausgedrückt: Natriumhydrogencarbonat – hat sich einen Ruf als Wundermittel für den Haushalt verdient. Von der Geruchsneutralisierung über das Entfetten bis hin zum Mischen mit Essig gegen hartnäckige Flecken, wird ihm so einiges zugetraut. Aber laut Raphaël Haumont, Molekulargastronomie-Experte, ist die Wahrheit ernüchternd: Nur eine dieser Anwendungen hat tatsächlich Hand und Fuß.

  • Gerüche im Kühlschrank binden? Klar, sagt der Hausverstand – Wissenschaft sagt: nicht wirklich.
  • Fettflecken mit Natron bekämpfen? Lieber Finger weg, meint der Forscher.
  • Rotweinflecken? Da wird’s sogar bunt, aber sauber nicht…

Fehler Nummer 1: Fett mit Natron entfernen – Fehlanzeige!

Vergessen Sie das Bild vom heldenhaften Natron, das Fett im Handumdrehen verschwinden lässt. Ob auf der Arbeitsplatte, dem Tisch oder den Kleidern – Natron hilft dabei schlicht nicht. Der Grund: Natron ist ein Salz, und wie jeder gute Hobbykoch weiß, mögen Salz und Fett sich einfach nicht. Sie lösen sich nicht ineinander auf. Damit Fettflecken verschwinden, braucht es Mittel, die gleichsam Wasser und Fett lieben. Hier kommt das gute alte Spülmittel ins Spiel – dessen Moleküle packen Fett und Wasser gleichzeitig und lösen so die Fettflecken effektiv.

Ein kleiner Extra-Tipp: Das gleiche gilt auch für Essig! Auch er kann mit Fett nichts anfangen, weil auch er nicht fettlöslich ist.

Fehler Nummer 2: Kühlschrankgerüche verschwinden mit Natron? Schön wär’s!

Wer kennt sie nicht, die legendäre Methode: Eine Schale mit Natron in den Kühlschrank stellen, schon verschwinden alle unangenehmen Essensgerüche – angeblich. Die Realität sieht anders aus. Gerüche, also aromatische Moleküle, sind meist fettlöslich. Daher duftet Ihr Butterstück nach allem außer Butter, wenn es offen im Kühlschrank steht. Natron als Salz kann diesen aromatischen Molekülen nicht viel anhaben.

  • Aber ganz nutzlos ist Natron nicht: Fein verteilte Pulver wie Kaffeesatz, Aktivkohle oder eben Natron können zumindest etwas Feuchtigkeit, Gase und oberflächliche Geruchsmoleküle aufnehmen.
  • Das Ergebnis bleibt aber oft unbefriedigend.

Für dauerhaft frische Kühlschrankluft hilft laut Haumont einfach regelmäßiges Putzen mit Seifenlauge und das Verstauen aller Lebensmittel in luftdichten Behältern.

Fehler Nummer 3: Rotweinflecken mit Natron behandeln? Ein buntes Spektakel, aber keine Lösung!

Rotwein auf dem Kleid oder der Tischdecke? Viele greifen reflexartig zum Natron. Verständlich, aber leider wirkungslos. Beim Kontakt von Rotwein (sauer) und Natron (basisch) schäumt es zwar ordentlich und die Fleckenfarbe ändert sich – wobei sie vom Rot ins Blaue oder sogar Bräunliche kippt. Klingt spektakulär, ist am Ende aber lediglich ein Farbumschlag. Denn: Die Pigmente in der Schale der Weintraube reagieren auf Säure/Basen und färben sich um, bleiben aber weiterhin im Stoff. Ehrlicher Rat bei Rotwein-Malheur: Wer einen Garten hat, kann probehalber feinen Sand auf den Fleck streuen, um Flüssigkeit aufzusaugen.

Was hilft wirklich? Am wirksamsten bleibt Spülmittel pur: Einfach zehn Minuten einwirken lassen, dann sofort ab in die Waschmaschine.

Fazit: Mit Köpfchen reinigen – und Natron gezielt einsetzen!

Natron ist kein Wundermittel für jede Lebenslage, sondern hat ganz konkrete Grenzen – das zeigt der Blick hinter die Kulissen der Haushaltstricks. Fett lässt sich damit nicht lösen, gegen viele Kühlschrankdüfte ist es machtlos und Rotweinflecken behandelt es eher wie ein Malerpinsel als wie ein Reinigungsmittel. Wer diese drei Fehler vermeidet, spart Zeit und bekommt tatsächlich ein saubereres Zuhause.

  • Statt Natron: Spülmittel gegen Fett und Rotwein verwenden.
  • Kühlschrank lieber mit Seifenwasser reinigen und Gerüche durch luftdichte Aufbewahrung verhindern.

Denn manchmal ist altbewährt eben doch besser – auch ohne Zauberei!

 

Clara Hoffmann
Verfasst von Clara Hoffmann

Clara Hoffmann ist Journalistin und Redakteurin mit Schwerpunkt auf Gesellschaft, aktuelle Themen und Psychologie. Sie analysiert gesellschaftliche Entwicklungen, zwischenmenschliche Fragen und die psychologischen Hintergründe des Alltags mit Klarheit und Feingefühl.

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