Manchmal macht die Realität, was sie will – und wenn Forscher ihr auf die Schliche kommen, gibt’s nicht selten einen Knall. Beim Nobelpreis für Physik 2025 ist das fast wörtlich zu nehmen: Drei Forscher, deren Entdeckungen unser Bild der Realität ganz schön auf den Kopf stellen, wurden am 7. Oktober mit der begehrtesten Auszeichnung der Wissenschaft gekürt.
Ein Nobelpreis – drei Köpfe, eine Revolution
Der Nobelpreis für Physik geht in diesem Jahr an den Franzosen Michel H. Devoret, den Briten John Clarke und den Amerikaner John M. Martinis. Geehrt werden sie für ihre gemeinsamen und bahnbrechenden Arbeiten zur Quantenmechanik. Dieser Preis ist nicht nur ein Ritterschlag für die Wissenschaft, sondern bringt auch viel verdienten Glanz über Frankreich hinaus. Für Frankreich ist es sogar eine doppelte Ehre: John M. Martinis zählt ebenfalls zu den französischen Alumni – er hat einen Teil seiner wissenschaftlichen Ausbildung in Frankreich absolviert.
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Mit diesem Nobelpreis wird ein Trio ausgezeichnet, das bereits 1984 eine spannende Serie von Experimenten durchführte. Schon damals wurde deutlich: Die seltsamen Eigenschaften der Quantenwelt lassen sich in Systemen beobachten, die groß genug sind, dass man sie mit der Hand greifen kann. Damit katapultiert uns der Preis 40 Jahre zurück in die Laboratorien von Berkeley. John Clarke war dort Direktor, Michel Devoret Postdoktorand, John M. Martinis promovierte gerade.
Der Siegeszug der französischen Grundlagenforschung
Michel H. Devoret ist der siebte französische Preisträger im Fach Physik seit 2007 und der insgesamt 18. seit der Erschaffung des Preises. Laut dem französischen Wissenschaftsministerium verkörpert seine Laufbahn die Exzellenz der französischen Grundlagenforschung. Das Ministerium betont zudem die große Hoffnung, dass Devorets Begeisterung viele junge Menschen inspiriert, selbst in die Labore und Universitäten zu gehen. Wenn das kein Aufruf ist, dem Handy endlich mal eine Pause zu gönnen und einen Physikversuch zu wagen!
Laut dem bedeutenden Forschungsinstitut CEA (Commissariat à l’énergie atomique et aux énergies alternatives) wird insbesondere die Pionierarbeit der drei Forscher geehrt, die den makroskopischen quantenmechanischen Tunneleffekt und die Quantisierung der Energie auf der Skala eines supraleitenden Quantenkreises nachwiesen. Diese Ergebnisse sind das Fundament für heutige Fortschritte bei Quantencomputern mit solchen Schaltungen – sprich: Die Grundlagen für das, was wohl die nächste technologische Revolution werden könnte.
Karrierekarussell zwischen Paris und Berkeley
Devoret begann seine Forschung mit einer Promotion an der Universität Paris-Sud (heute Universität Paris-Saclay), speziell im Service de physique de l’état condensé auf dem CEA-Gelände in Saclay. Genau dort, so unterstreicht auch das CEA, entwickelte sich das Fundament seiner heute weltweit anerkannten Expertise.
Sein weiterer Weg führte ihn in das Labor von John Clarke in den USA, wo er auf John M. Martinis traf. Gemeinsam brachten sie den heute ausgezeichneten Nachweis des makroskopischen Quanteneffekts. Nach seiner Rückkehr nach Frankreich leitete Devoret rund 15 Jahre eine Forschungsabteilung des CEA, bevor es ihn Anfang der 2000er als Professor an die Yale University verschlug – ein Job, den jeder Physiker gerne im Lebenslauf hätte. Übrigens: Seit 2007 ist er auch ordentliches Mitglied der französischen Akademie der Wissenschaften.
- Michel H. Devoret: Siebter französischer Nobelpreisträger für Physik seit 2007.
- John M. Martinis: Amerikaner und ebenfalls französischer Alumni, forschte u. a. am CEA Paris-Saclay.
- John Clarke: Der Mentor und Laborleiter aus Berkeley, maßgeblicher Wegbereiter der Experimente.
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Eine doppelte Ehre für Frankreich
Frankreich darf noch ein zweites Mal feiern: Der amerikanische Laureat John M. Martinis verbrachte einen Teil seiner Postdoktorandenausbildung am CEA-Paris Saclay. Geboren in Kalifornien, studierte Martinis an der Universität Berkeley Physik, promovierte 1987 in Philosophie (im Fach Physik) und tauchte während seiner Doktorarbeit tief ins Quantenverhalten ein. Sein Betreuer? Natürlich, John Clarke – und genau in dieser Phase begann seine Zusammenarbeit mit dem damaligen Postdoktoranden Michel Devoret. Später wechselte Martinis für eine erste Postdoc-Station ans CEA Saclay, bis er zurück in die USA ging, wo er sich seit rund zwanzig Jahren ganz der Entwicklung eines Quantencomputers verschrieben hat. Hut ab!
Diese Nobelpreisverleihung setzt die imposante Kette französischer Erfolge in der Quantenphysik fort und würdigt deutlich die Bedeutung französischer Forschung in diesem strategisch zentralen Feld. Man darf gespannt sein, wie viele Jugendliche schon jetzt anfangen, ihre Physikbücher doch etwas genauer zu lesen… Die Realität, so zeigt dieser Nobelpreis, ist viel aufregender als jedes Gedankenspiel!