23 radioaktiv verseuchte Container treiben vor der Küste der Philippinen – und niemand will sie an Land holen! Was wie ein Marketing-Stunt für einen Katastrophenfilm klingt, ist leider traurige Realität. Während Containerschiffe ansonsten für Bewegung sorgen, herrscht hier Stillstand: Ein glühend heißes Dilemma aus Zinkstaub, Geschäfts-Streit und einer Prise Cs-137.
Container-Stau in Manila: Niemand will den radioaktiven Müll
Seit mehr als einer Woche dümpeln über 20 Container mit radioaktiv belastetem Zinkstaub in der Bucht von Manila vor den Philippinen. Ein philippinischer Nuklearverantwortlicher schlug am Freitag, den 31. Oktober, Alarm und rief dringend zu einer raschen Lösung für die fachgerechte Entsorgung der gefährlichen Ladung auf. Doch das ist leichter gesagt als getan. Warum? Ganz einfach: Keine Sau – pardon, kein Land – möchte die Verantwortung übernehmen, und das Problem wächst buchstäblich weiter vor sich hin.
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Die 23 besagten Container waren ursprünglich aus den Philippinen nach Indonesien verschifft worden. Dort schlug dann die Überwachung an: Die indonesischen Behörden entdeckten Spuren des radioaktiven Cäsium 137 und verloren keine Zeit mit Aktionismus. Ihre Lösung: Zack, zurückschicken! So landete die Ladung am 20. Oktober wieder in Manila, direkt vor den staunenden Augen der Hafenbehörden.
Ein radioaktives Rätsel mit vielen Beteiligten
Die Geschichte liest sich wie eine Mischung aus Detektivroman und Diplomatiekrimi. Die Behörden machen die Firma Zannwann International Trading Corp für die ursprüngliche Verschiffung verantwortlich – ein Vorwurf, den das Unternehmen (bisher) geflissentlich ignoriert: Auf die Anfragen der Nachrichtenagentur AFP blieb man stumm. Der Ursprung der radioaktiven Zinkstaub-Ladung? Laut Herrn Arcilla stammt sie aus den Anlagen des Metallrecyclers Steel Asia. Diese versucht jedoch, sich aus der Schusslinie zu bringen und kontert heftig: Die Ergebnisse der philippinischen Atom- und Nuklearaufsicht (PNRI) seien „haltlos und unwissenschaftlich“. Schließlich habe Steel Asia mit den Containern nichts am Hut.
Vorsichtshalber hat Steel Asia den Betrieb seines Schrott-Recyclingwerks vorerst auf Eis gelegt. Als Reaktion auf die Vorwürfe? Oder einfach, um nicht noch weiter ins Strahlen-Licht der Öffentlichkeit gezogen zu werden? Jedenfalls herrscht Verwirrung um die Verantwortlichkeiten. Und währenddessen versauern die Container weiter im Hafenbecken.
Kein nationaler Notstand, aber jede Menge Fragen
Laut dem Nuklearverantwortlichen auf den Philippinen handelt es sich zwar nicht um einen nationalen Notfall. Die gemessenen Werte seien zwar erhöht, aber nicht dramatisch. Er bezeichnete das Ganze als „Kopfnuss“ – und das trifft es ziemlich gut! Die Situation sei ein Problem, das „möglicherweise gelöst werden kann“. Optimismus klingt anders, oder?
Für Indonesien kam das Problem übrigens zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt. Das Land steckte gerade mitten in einem Lebensmittelskandal wegen radioaktiver Verunreinigungen – das letzte, was man da braucht, sind zusätzliche Container voll radioaktivem Altmetall. Es besteht der Verdacht, dass importierter Schrott für diese Verschmutzungen verantwortlich ist.
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Cäsium 137: Gefahr für Mensch und Umwelt
Die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA meldete jüngst sogar Rückrufe von tiefgekühlten Garnelen und Nelken aus Indonesien. Das Problem: Auch darin wurden Spuren des Isotops Cäsium 137 gefunden. Wer dieses Isotop nicht auf seinem Salat haben möchte, ist also gut beraten, genau zu prüfen, woher seine Lebensmittel stammen. Fürs Protokoll: Cäsium 137 findet sich in verschiedensten medizinischen und industriellen Anwendungen. Doch die FDA warnt klar: Eine anhaltende oder wiederholte Exposition mit Cäsium 137 – und sei sie noch so gering – erhöht das Krebsrisiko.
- Cäsium 137 ist extrem langlebig und gesundheitsschädlich
- Wird in Medizin und Industrie eingesetzt
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Der aktuelle Container-Fall zeigt, dass das Problem radioaktiver Altlasten keine Grenzen kennt: Europa, Asien, Amerika – alles ist betroffen, sobald jemand mit gefährlichen Stoffen schlampig umgeht oder die Verantwortung weiter schiebt.
Fazit: Die Container bleiben vorerst da, wo sie sind, während die Welt zuschaut und sich fragt, was nun mit dem glühenden Geschenkpaket passieren soll. Vielleicht ist es an der Zeit, internationale Lösungen aufzubauen – bevor der nächste radioaktive Überraschungsgast im Hafen auftaucht.