So teuer ist eine Inspektion: Ölwechsel kostet so viel wie ein Kleinwagen

 

Einmal Ölwechsel, bitte – macht 25.000 Dollar! Wer glaubt, ein Bugatti sei nur zum Bewundern da, sollte besser nicht nach den Wartungskosten fragen. Luxusauto fahren klingt nach Traum, aber beim ersten Blick auf die Werkstattrechnung wird daraus schnell ein Abenteuer im Hartgeldbereich – mit Nervenkitzel inbegriffen.

Wenn der Ölwechsel den Wert eines Neuwagens erreicht

Jeder Autofahrer weiß: Früher oder später ist der Ölwechsel fällig. Normalerweise schmerzt das Portemonnaie dabei kaum. Doch bei einem Bugatti sieht das ganz anders aus. Laut dem bekannten Luxusautosammler und YouTube-Star Manny Khoshbin kostet ein Ölwechsel für einen Bugatti Veyron rund 25.000 US-Dollar. Richtig gelesen: Mit diesem Betrag könnte man guten Gewissens einen fabrikneuen Familien-SUV wie den Dacia Duster erwerben und hätte womöglich noch genug übrig, um die Versicherung gleich mit abzudecken.

Diese preisliche Schieflage wird noch deutlicher, wenn man die generellen Wartungskosten von Hypercars wie dem Bugatti mit denen eines ganz normalen Fahrzeugs vergleicht. Während die Autopreise grundsätzlich seit Jahren steigen – egal ob neu oder gebraucht – klaffen bei den laufenden Kosten Welten.

Wartungskosten der Superlative

Wer jetzt denkt, mit dem Ölwechsel sei das Schlimmste schon erledigt, sollte sich lieber hinsetzen. Ein neuer Reifensatz für einen Bugatti kostet etwa 50.000 Dollar, während ein kompletter Satz Felgen bei rund 38.000 Dollar liegt. Damit aber nicht genug: Bugatti empfiehlt spätestens alle 15.000 Kilometer oder einmal jährlich einen umfassenden Wartungsdienst. Und die addieren sich im Lauf der Zeit zu einer Summe, die mit einer Hypothek locker mithalten kann.

  • Vierjahres-Wartungspaket für einen Bugatti Chiron Pur Sport: geschätzt zwischen 340.000 und 405.000 Euro (netto)
  • Jährliche Wartung und Inspektion vorgeschrieben, unabhängig von der Fahrleistung

Zum Vergleich: In vielen Teilen der Welt bekommt man dafür ein schmuckes Eigenheim – ohne Hochglanzfelgen, aber immerhin mit Garten.

Auch eingefleischte Sammler wie Khoshbin besitzen teils drei Bugattis, doch selbst sie geben zu: Ihre Luxusautos verbringen mehr Zeit in der Garage als auf der Straße. Wie Khoshbin selbst lakonisch bemerkt: „Ich bin froh, dass sie nicht oft gefahren werden.“ Das dürfte nicht nur dem Wert, sondern auch dem Kontostand zugutekommen.

Ferrari: Wartung auf fünf Sterne-Niveau (aber nicht bei Ihnen zu Hause)

Doch nicht nur Bugatti schraubt an der Kostenspirale. Ferrari, Inbegriff italienischer Rennträume, bietet für seine exklusiven Track-Modelle wie die FXX-Serie oder den LaFerrari FXX K einen Service der Extraklasse an. Allerdings: Diese Boliden dürfen weder im Privatbesitz stehen noch daheim parken. Stattdessen verbleibt das Fahrzeug im Eigentum Ferraris, die Vertragshalter haben lediglich Zugriffsrechte für spezielle Rennserien.

Das Preisschild? 2014 lag der Ferrari FXX K bei 2,5 Millionen Euro – vor Steuern, versteht sich. Im Paket inklusive: Techniker, Logistikspezialisten und zur Krönung sogar eigene Köche bei den Rennveranstaltungen. Eigentum am Auto? Naja, eher Eigentum Light – Anschauen, Staunen, vielleicht mal fahren. Aber meistens genießen.

Luxusautos: Mehr als ein Statussymbol

Ein Bugatti oder Ferrari in der Garage zu wissen, ist weit mehr als eine Frage des Geldbeutels. Es ist Ausdruck außergewöhnlicher Hingabe. Denn diese Fahrzeuge verkörpern die Spitze automobiler Technik und Designs, verlangen jedoch Verantwortungsbewusstsein, das weit über das eines Alltagsfahrzeugs hinausgeht. Organisationsgrößen wie die International Federation of Robotics weisen immer wieder auf die steigende Bedeutung von Präzision und Spitzentechnologien in der Industrie hin – Wartung von Luxusautos ist das perfekte Spiegelbild davon.

Für die breite Masse bleibt der Gedanke an 25.000 Dollar für einen Ölwechsel nicht nur unerschwinglich, sondern schlicht unvorstellbar. Die Faszination für Bugatti, Ferrari und Co. hält zwar an, doch die finanziellen und logistischen Anforderungen stellen sicher, dass sich nur die Superreichen und besonders Engagierten diesen Traum erlauben können.

Fazit: Wer glaubt, es sei schon teuer, einen Bugatti zu kaufen, wird bei den Unterhaltskosten eines Besseren belehrt. Für die meisten bleibt dieser Traum voraussichtlich ein Traum – und der eigene Ölwechsel macht weiterhin nur das Portemonnaie, nicht aber den Kontostand nervös.

 

Clara Hoffmann
Verfasst von Clara Hoffmann

Clara Hoffmann ist Journalistin und Redakteurin mit Schwerpunkt auf Gesellschaft, aktuelle Themen und Psychologie. Sie analysiert gesellschaftliche Entwicklungen, zwischenmenschliche Fragen und die psychologischen Hintergründe des Alltags mit Klarheit und Feingefühl.

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