Streit um ein Wort: Warum ein Flug wegen „Kellner” umdrehen musste

 

Wenn ein einziges Wort genügt, um ein Flugzeug zur Umkehr zu bewegen: Willkommen in der kuriosen Welt der Flugreisen! Respekt ist zwar kein Luxusgut – aber offenbar manchmal Mangelware, wie der Vorfall am 18. Juli 2023 auf einem American Airlines-Flug zeigt. Hier wurde aus einem harmlosen Wort ein Ticket zurück nach New York.

Der Vorfall: Ein Flug, ein Wort, ein Fiasko

Am 18. Juli 2023 hob ein American Airlines-Flug von New York mit Ziel Georgetown, der Hauptstadt von Guyana, ab. Zwei Stunden lang schien alles seinen gewohnten Gang zu gehen, doch dann machte der Pilot kehrt und flog zurück nach JFK. Die Frage, die sich allen an Bord stellte: Warum? War es ein technischer Defekt? Eher nicht. Die Ursache lag weniger im Maschinenraum, sondern vielmehr in der wortgewandten Kommunikation eines einzelnen Passagiers – genauer gesagt, in seinem Mangel an Höflichkeit.

  • Auslöser für die Rückkehr: der respektlose Umgangston eines Passagiers gegenüber der Crew.
  • Laut der guyanischen Zeitung Starbroek News bezeichnete ein Passagier ein Mitglied der Kabinencrew als „Kellner“ – keine charmante Wortwahl auf 10.000 Metern Höhe.

Wie ein Missverständnis eskalierte

Der betreffende Passagier war in der Business Class unterwegs und präsentierte später auf YouTube seine Version der Ereignisse. Er beschreibt sich selbst als Aktivist aus Guyana und erklärte, er habe sich einer Operation unterzogen, die es ihm unmöglich mache, schwere Gegenstände zu heben. Noch vor dem Abflug bat er deshalb einen Steward, ihm beim Verstauen des Handgepäcks ins Gepäckfach zu helfen. Die Antwort des Stewards nach Angaben des Passagiers: „Das mache ich nicht, dafür werde ich nicht bezahlt.“ Klingt nach einer klaren Ansage. Letztlich griff eine Flugbegleiterin ein, um die Lage zu entschärfen, und übernahm das Verstauen des Gepäcks persönlich.

Etwa eine Stunde später bot ihm der Steward ein Getränk an. Der Passagier lehnte höflich ab, konnte es aber offenbar nicht lassen, die Crew dabei als „Kellner“ zu bezeichnen. Spätestens an dieser Stelle war die Stimmung genauso angespannt wie der Raum über dem Atlantik.

  • Das Wort „Kellner“ fiel – für den Steward offensichtlich ein rotes Tuch.
  • Das Gespräch zwischen Passagier und Crew eskalierte weiter.
  • Die Piloten bekamen Wind von der heiklen Lage und entschieden: Zurück nach New York!

Landung und Konsequenzen: Null Toleranz an Bord

Zurück am JFK wurde der Passagier von der Crew aus dem Flugzeug gebeten. Ein Polizeibeamter und ein Mitarbeiter der Transportation Security Administration erwarteten ihn schon. Ob das schon als überraschend hartes Strafmaß für ein unglückliches Wortspiel gilt? American Airlines sieht das anders. Das Unternehmen erklärte offiziell: „Sicherheit und Schutz haben für uns höchste Priorität. Wir danken unseren Kunden für ihr Verständnis und unseren Teammitgliedern für ihre Professionalität im Umgang mit dieser schwierigen Situation.“

Der Fall ist nicht der erste seiner Art – doch selten führte ein so beiläufiges (wenn auch wenig taktvoll gemeintes) Wort zu einem kollektiven Umsteigen. Es bleibt die Frage, wie weit Fluggesellschaften in Sachen Respektlosigkeit gehen dürfen und wie viel Fingerspitzengefühl auf beiden Seiten gefragt ist.

Fazit: Respekt als Flugticket

Der Vorfall lehrt uns nichts weniger als diese alte Weisheit: Wer fliegt, sollte die Crew so behandeln, wie er selbst behandelt werden möchte – egal ob Economy oder Business. Airlines setzen klare Null-Toleranz-Politik um, wenn es um Störungen an Bord geht. Und wer hätte gedacht, dass ein harmloser Begriff wie „Kellner“ ein ganzes Flugzeug zur Umkehr bewegen kann? Plötzlicher Halt in New York inklusive. Vielleicht also beim nächsten Flug einfach mal Danke sagen statt spitze Bemerkungen verteilen – das kommt garantiert besser an und bringt alle sicher ans Ziel.

 

Clara Hoffmann
Verfasst von Clara Hoffmann

Clara Hoffmann ist Journalistin und Redakteurin mit Schwerpunkt auf Gesellschaft, aktuelle Themen und Psychologie. Sie analysiert gesellschaftliche Entwicklungen, zwischenmenschliche Fragen und die psychologischen Hintergründe des Alltags mit Klarheit und Feingefühl.

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