Unglaublich: Nur an diesen zwei Orten dürfen Sie so schnell fahren, wie Sie wollen

 

Unglaublich, aber wahr: Während in ganz Europa Tempolimits und Blitzer immer mehr zum Alltag gehören, gibt es noch Oasen für echte Geschwindigkeitsjunkies. Zwei Orte trotzen der allgemeinen Geschwindigkeitssparflamme – und laden dazu ein, den rechten Fuß mal so richtig locker zu machen. Wo? Anschnallen, wir starten zu einer rasanten Entdeckungstour!

Wo Geschwindigkeit keine Grenze kennt

Die internationale Debatte um Tempolimits kennt derzeit nur eine Richtung: runter mit der Geschwindigkeit. Ob in der Großstadt oder auf Landstraßen – überall setzen Regierungen auf Begrenzung. Doch zwei europäische Ausnahmen halten unbeirrt dagegen. IFL Science hat sie identifiziert: Zwei Territorien, die sich standhaft weigern, Autofahrern ein Tempolimit aufzuerlegen.

Erster Boxenstopp: Die Isle of Man

Klein, aber oho – so könnte man die Isle of Man treffend beschreiben. Das Eiland, inmitten der Irischen See gelegen, ist viel mehr als nur ein schöner Fleck auf der Landkarte: Hier findet jedes Jahr eine der legendärsten Motorradrennen der Geschichte statt, der Tourist Trophy. Mehr als ein Jahrhundert hat dieses Motorsport-Event schon auf dem Buckel, wie der Daily Express zu berichten weiß. Für Motorradfans ist die Isle of Man deshalb legendär.

  • Tourist Trophy seit über 100 Jahren
  • Teilnehmer rasen mit über 300 km/h durch Berge und vorbei an Supermärkten (und manchmal vorm Pub!)
  • Mit 156 Todesfällen in 102 Austragungen gilt die TT als eine der gefährlichsten Motorradrennen der Welt – ein düsterer Rekord, wie die BBC erinnert.

Die besondere Geschwindigkeitstradition leitet sich auch aus dem Status der Insel ab: Administrativ ist sie eine autonome Abhängigkeit Großbritanniens. Und weil hier Geschwindigkeit quasi zum Kulturgut gehört, fehlt auf dem Straßennetz der Insel schlicht das Tempolimit. Wagemutige dürfen also aufs Gas treten – aber aufgepasst: Die Wege sind oft steil, kurvig und alles andere als ungefährlich. Kein Wunder also, dass die Mehrzahl der Fahrer lieber auf Nummer sicher geht und das Tempo anpasst. Zudem gelten auch hier im urbanen Bereich Tempolimits von 20 bis 30 km/h. Wer meint, im Wohngebiet Ferrari spielen zu dürfen, landet also schnell auf der Zuschauerbank!

Autobahn-Mythos: Deutschlands Name ist Programm

Für die zweite Hochburg des freien Tempos muss man nicht auf eine Insel übersetzen, sondern nur ein Stück auf der Landkarte weiter westlich schauen: Willkommen in Deutschland! Die deutschen Autobahnen sind berühmt und berüchtigt dafür, ein Paradies für alle zu sein, die gern mal den Tacho bis zum Anschlag ausreizen. Zwei Drittel des gesamten Autobahnnetzes sind tatsächlich frei von Geschwindigkeitsbeschränkungen. Das ist weltweit einzigartig. Die Empfehlung, es bei 130 km/h zu belassen, ist eher nett gemeint als rechtlich bindend – man kann sich also daran halten, muss aber nicht.

  • Auf etwa einem Drittel der deutschen Autobahnen gilt dann doch ein Limit – meist 130 km/h oder weniger, wie Ouest-France schon 2021 festhielt.
  • Die Debatte um bundesweite Limits flammt in Deutschland regelmäßig auf. Besonders Umwelt- und Kostenargumente wiegen zunehmend schwer: Wer langsamer fährt, verbrennt weniger Sprit und verpestet die Luft weniger stark.
  • Auch die Sicherheit spielt eine Rolle. Bei vergleichbarem Straßennetz sterben in Deutschland mehr Menschen im Straßenverkehr als in Frankreich.

Trotz wiederkehrender Diskussionen – und viral gehender Raservideos in den sozialen Medien – sind die Deutschen erstaunlich diszipliniert: 77 % fahren auf allen Autobahnabschnitten laut dem deutschen Wirtschaftsinstitut (2021, zitiert von Ouest-France) mit maximal 130 km/h. Raserei bleibt also eine spektakuläre Ausnahme, kein Normalzustand auf der rechten Spur.

Fazit: Die Qual der Wahl für Geschwindigkeitspiloten

Die Isle of Man und Deutschland sind echte Exoten in Europa, was unbeschränkte Geschwindigkeit angeht. Hier ist das Vokabular „freie Fahrt“ noch wörtlich zu nehmen – aber es ist auch nicht alles Gold, was glänzt. Während sich die einen an holprige Kurven und Gebirgspassagen heranwagen, steuern die anderen möglicherweise in eine gesellschaftspolitische Debatte. Vorsicht ist in beiden Fällen geboten – für unvergessliche Fahrerlebnisse und die eigene Sicherheit gleichermaßen. Wer also das Bedürfnis verspürt, der Tachonadel einmal ein Stück zur rechten Seite zu helfen, weiß jetzt, wohin die Reise gehen kann. Gute Fahrt und immer dran denken: Nicht die Straße unterschätzen – und bitte spätestens beim nächsten Ortsschild brav vom Gas gehen!

 

Clara Hoffmann
Verfasst von Clara Hoffmann

Clara Hoffmann ist Journalistin und Redakteurin mit Schwerpunkt auf Gesellschaft, aktuelle Themen und Psychologie. Sie analysiert gesellschaftliche Entwicklungen, zwischenmenschliche Fragen und die psychologischen Hintergründe des Alltags mit Klarheit und Feingefühl.

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