Warum 19 Grad ein Irrtum sind: Diese Temperatur schont Geldbeutel und Nerven

 

Frieren oder sparen? Der Winter bringt jährlich die ewig gleiche Frage aufs Tapet: Auf wie viel Grad dreht man den Thermostat, um einerseits nicht zu bibbern und andererseits die Energierechnung im Zaum zu halten? Die legendären 19 °C gelten in Frankreich seit Jahrzehnten als das Nonplusultra – doch ist diese Temperatur heute noch die beste Lösung? Zeit, die wahre Wohlfühlzone zu ermitteln!

Die Entstehung der 19 °C-Regel – ein Relikt der 1970er?

  • Die berühmte 19 °C-Empfehlung stammt noch aus der Ölkrise der 1970er Jahre.
  • Damals waren Wohnungen viel schlechter isoliert als heute.
  • Der Fokus lag klar darauf, die nationale Energieverschwendung zu reduzieren.

Seitdem hat sich aber einiges verändert: Häuser sind besser gedämmt, moderne Fenster halten den Wind draußen – immerhin ist die Innenraum-Zeitreise ins Eiszapfen-Zeitalter nicht mehr nötig. Die Ausgangslage damals unterschied sich massiv von heute.

Wie fühlt sich eigentlich „warm“ an? Wenn 19 °C nicht für alle passt

Experten wie Nick Barber (Energieexperte) und Brad Roberson (Heizungsspezialist) bringen frischen Wind in die ewige Debatte: „19 °C – das ist eine theoretische Temperatur, aber sie garantiert nicht immer den gewünschten Komfort.“

  • Komfortgefühl ist eben keine universelle Zahl, mit der alle glücklich sind.
  • Jede Wohnung, jede Familie, jeder persönliche Wärmebedarf ist anders.
  • Manchmal braucht es individuelle Anpassungen, um sich wohlzufühlen.

Die Zahl auf dem Thermostat ist nicht alles. Mehrere Faktoren formen das subjektive Wohlgefühl – da spielt die Raumaufteilung eine ebenso große Rolle wie der eigene Kreislauf am Morgen und die dicken Socken am Abend (oder eben nicht).

Homogen oder maßgeschneidert? Raum für Raum das Beste rausholen

Ein verbreiteter Fehler: Man versucht, in der kompletten Wohnung die gleiche Temperatur zu halten – dabei wäre ein differenzierter Ansatz viel klüger. Mal ehrlich, niemand chillt stundenlang im Flur! Experten geben praktische Hinweise:

  • Heiztemperaturen sollten je nach Nutzung des Raumes angepasst werden.
  • Der Wohnbereich darf ein bisschen wärmer sein als die wenig genutzten Zimmer.

Aber warum nun ausgerechnet 20 °C? Hier liefert Brad Roberson eine Erklärung: „Diese Temperatur ist ein Kompromiss zwischen physischem Komfort und überschaubarem Energieverbrauch.“ Also ein Mittelweg, wie man ihn sich wünschen würde – falls die Schwiegermutter zur Übernachtung kommt, alle sich pudelwohl fühlen, aber niemand in Ohnmacht fällt, wenn die nächste Rechnung kommt.

  • Mit 20 °C wird Komfort meist als ausgewogen empfunden, auch wenn die Heizkosten überschaubar bleiben.

Kein Grund zum Frösteln – mit kleinen Tricks zur Wohlfühltemperatur

Die Frage nach der idealen Temperatur ist geklärt, doch wie maximiert man nun die Heizleistung, ohne gleich ein Loch ins Portemonnaie zu brennen?

  • Intelligente Thermostate helfen, die Wärme gezielt zu verteilen.
  • Eine gute Isolierung spart bares Geld und sorgt für konstant warme Räume.
  • Vermeiden Sie den Drang, jeden Raum gleich stark zu heizen – abgestufte Wärme je nach Bedarf ist viel effektiver.

Achtung, am Sparwillen kann man auch übertreiben: Wer unter 19 °C herunterkühlt, riskiert gesundheitliche Probleme – vor allem bei besonders empfindlichen Bewohnern. Es gilt also, Balance zu halten.

Fest steht: Die Richtlinie der 19 °C ist in die Jahre gekommen. 20 °C bieten laut Experten ein ausgewogeneres Verhältnis aus Behaglichkeit und kontrollierter Energierechnung. 19 °C sind deshalb nicht per se falsch – aber jeder sollte die Einstellung an den tatsächlichen Wohnbedarf und die Ausstattung anpassen.

Mit ein paar gezielten Handgriffen wie der klugen Steuerung des Thermostats, einer tollen Isolierung und dem wohlüberlegten Einsatz der Heizung ziehen Komfort und Sparsamkeit an einem Strang. Schluss mit dem schlechten Gewissen, wenn Sie doch mal kurz die Heizung hochdrehen!

Also: Sind Sie bereit, Ihr ganz persönliches Winterwohlfühlerlebnis zu definieren? Der echte Luxus heißt zuhause: ein warmes, entspanntes Heim und das gute Gefühl, am Ende nicht im dicken Pullover, sondern mit Köpfchen gespart zu haben.

 

Clara Hoffmann
Verfasst von Clara Hoffmann

Clara Hoffmann ist Journalistin und Redakteurin mit Schwerpunkt auf Gesellschaft, aktuelle Themen und Psychologie. Sie analysiert gesellschaftliche Entwicklungen, zwischenmenschliche Fragen und die psychologischen Hintergründe des Alltags mit Klarheit und Feingefühl.

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