Warum friert man zuhause bei 20 Grad? Das steckt wirklich dahinter

 

Sie sitzen gemütlich auf dem Sofa und das Thermometer zeigt wohlige 20 Grad – doch Ihre Zehen fühlen sich an wie Eiszapfen. Wie kann das sein? Willkommen im kuriosen Club der Winterfröstler, die trotz augenscheinlich angenehmer Temperaturen schlottern! Hinter diesem alltäglichen Mysterium stecken spannende wissenschaftliche, physiologische und sogar psychologische Ursachen. Und zum Glück gibt es mehr als eine Möglichkeit, Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Wenn 20 Grad nicht gleich 20 Grad sind

  • Das, was Ihnen der Thermostat freundlich anzeigt, ist nur die halbe Wahrheit.
  • Das Gefühl von Wärme oder Kälte hängt nicht nur von dieser Zahl ab.
  • Materialien, Luftfeuchtigkeit und Zugluft spielen eine zentrale Rolle für Ihr Wärmeempfinden.

Mit anderen Worten: Ein Raum kann 20 Grad haben und trotzdem kann das Frösteln beginnen – besonders, wenn der Raum wie ein Schweizer Käse isoliert ist. Sind Wände, Fenster oder Dach nicht fit, verpufft die Wärme geradezu. Die Folge: Die Luft ist warm, aber die Oberflächen bleiben gefühlt eisig.

Isolierung – der große Unterschiedmacher

Stellen Sie sich vor, Ihr Zuhause wäre ein gemütlicher Wollpullover. Wenn jedoch Maschen fehlen (sprich: schlechte Isolierung), entweicht die Wärme an allen Ecken und Enden. Selbst mit 20 Grad auf dem Papier sitzen Sie in kühleren Luftströmen oder neben eiskalten Wänden. Gut isolierte Gebäude verhindern das Entweichen der wertvollen Wärme, sorgen für ein konstantes Raumklima und lassen Sie den Winter draußen vergessen.

Einfluss von Luftfeuchtigkeit und Zugluft

  • Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 Prozent ist optimal für ein angenehmes Wärmegefühl.
  • Zu trockene oder zu feuchte Luft verstärkt das Frieren – ein echter Luxus für Ihre Heizkosten, den Sie sich sparen können.
  • Wer will, kann mit einem Luftbefeuchter oder -entfeuchter das Raumklima zurechtstutzen.

Mindestens genauso fies: Zugluft. Kühle Luftströme, die heimlich durch Türen, Fenster oder winzige Ritzen pfeifen, kühlen den Raum gefühlt in Windeseile ab. Dagegen helfen:

  • Türdichtungen
  • Dichtungsbänder für Fenster
  • Das Überprüfen der Lüftungsanlagen

Manchmal machen schon kleine Maßnahmen das Zuhause deutlich gemütlicher.

Warum der Kopf (und der Körper) mitfriert

Das Thermalempfinden hängt nicht nur von Raum und Material ab – auch Ihre körperliche und mentale Verfassung spielt rein. Müde? Gestresst? Kränklich? Ihr Temperaturfühler stellt schneller auf “Brrr!” als Ihnen lieb ist. Auch der Geisteszustand entscheidet mit: Wer entspannt ist und sich wohlfühlt, nimmt Kälte weniger stark wahr. Schließlich sind wir mehr als Thermostate auf zwei Beinen!

  • Fatigue, Stress oder angeschlagene Gesundheit können das Kälteempfinden steigern.
  • Ein positives Umfeld und innere Gelassenheit verschieben Ihren Wohlfühlbereich deutlich in Richtung warm.

Fazit: Wärme ist eine Teamleistung!
Wenn Sie in Ihren eigenen vier Wänden trotz 20 Grad oft frieren, liegt das meistens an einer Kombination: fehlende Isolierung, zu niedrige oder zu hohe Luftfeuchtigkeit, fiese Zugluft und Ihr aktueller Zustand. Wer an diesen Stellschrauben dreht, gewinnt Komfort – ganz ohne den Heizregler zum Glühen zu bringen. Das spart Geld und schont die Umwelt.

Noch ein persönlicher Tipp zum Schluss, inspiriert aus Leserpost: Auch wenn dicke Vorhänge vor Kälte schützen, können sie den Raum spürbar abdunkeln. Ein durchdachtes Beleuchtungskonzept sorgt oft rascher für ein Gefühl von Wärme als das nächste Grad mehr auf Ihrer Heizungsanzeige. Denn: Wirklich warm ist es da, wo man sich wohlfühlt – und manchmal macht es tatsächlich die richtige Lampe aus!

 

Clara Hoffmann
Verfasst von Clara Hoffmann

Clara Hoffmann ist Journalistin und Redakteurin mit Schwerpunkt auf Gesellschaft, aktuelle Themen und Psychologie. Sie analysiert gesellschaftliche Entwicklungen, zwischenmenschliche Fragen und die psychologischen Hintergründe des Alltags mit Klarheit und Feingefühl.

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