Was Ihr Blutgruppe wirklich über Ihr Krebsrisiko verrät – Experten warnen

 

Krebsvorbeugung: Was Ihr Blutgruppe wirklich über Ihr Krebsrisiko verrät – Experten warnen

Blutgruppe: Mehr als nur wichtig bei Transfusionen?

Ob A, B, AB oder O – die Buchstaben auf unserem Blutspende-Ausweis sind uns vertraut. Im Notfall können sie Leben retten. Aber könnten sie auch einen Hinweis darauf liefern, wie es langfristig um unsere Gesundheit bestellt ist? Jährlich erhalten in Frankreich laut Santé publique France und dem Institut national du cancer etwa 433.000 Menschen die erschütternde Diagnose Krebs. Bei so vielen Betroffenen ist es kein Wunder, dass jede neue Spur zur Vorbeugung akribisch geprüft wird – und dazu gehört auch die Frage: Spielt die Blutgruppe bei der Entstehung bestimmter Krebsarten eine Rolle?

Was sagt die Forschung zum Zusammenhang zwischen Blutgruppe und Krebs?

Seit etwa zehn Jahren forschen Wissenschaftler weltweit an dieser spannenden Frage. Die Grundidee: Bestimmte Blutgruppen könnten vielleicht geschützt oder eher gefährdet sein, was bestimmte Tumorarten angeht. Forschende haben Korrelationen zwischen dem ABO-Blutgruppensystem und dem Risiko für einige Krebserkrankungen beobachtet.

Bevor jetzt jemand in Bergerac mit wehenden Fahnen seine Blutgruppenzertifikate zum Arzt schleppt: Die gemessenen Unterschiede sind zwar statistisch signifikant, sie bleiben mit relativen Risikoabweichungen zwischen 10 und 25 Prozent jedoch vergleichsweise bescheiden. Von einer Garantie – sei es für Schutz oder Verwundbarkeit – kann also nicht die Rede sein.

  • Ein Unterschied von 10–25% beim relativen Risiko wird als moderat angesehen.
  • Andere Faktoren wie Rauchen, Ernährung oder Lebensstil spielen weiterhin eine wesentlich größere Rolle.

Was steckt wirklich dahinter? Mythen, Fakten und Vorsicht

Die Sache ist knifflig: Liegt das erhöhte oder verringerte Risiko wirklich an der Blutgruppe selbst? Oder sind es andere Faktoren – etwa Umwelteinflüsse, Lebensstil oder Ernährung –, die rein zufällig zusammenfallen? Die Forschung ist hier selbstkritisch. Selbst neue Studien, darunter eine Arbeit aus dem Jahr 2021 im Fachjournal Scientific Reports, sehen die Rolle der ABO-Antigene eher in experimentellen und konzeptionellen Ansätzen. Das bedeutet, diese Erkenntnisse sind bei Weitem keine klinischen Beweise für Schutz oder Gefahr.

Zusätzliche Untersuchungen unter Leitung von INSERM und Krankenhaus-Teams in Frankreich widmen sich den Wechselwirkungen zwischen Immunität, Genetik und Blutfaktoren. Ziel: besser zu verstehen, warum einige Menschen trotz gleicher Risiken nie an Krebs erkranken, während andere betroffen sind. Die Antwort ist nach wie vor komplex und bleibt ein Rätsel der modernen Medizin.

  • Ihre Blutgruppe O zu kennen, schützt Sie nicht garantiert vor Krebs.
  • Blutgruppe A zu haben, heißt noch lange nicht, dass eine Krebserkrankung unausweichlich ist.

Und was ist eigentlich der größte Risikofaktor?

Die Experten sind sich überraschend einig – und nein, es ist nicht Ihre Blutgruppe. Laut Institut national du cancer (INCa) hängt in Frankreich etwa 20% aller neuen Krebsfälle direkt mit dem Rauchen zusammen. Damit führt der Tabakkonsum das Feld klar an, weit vor anderen Risikofaktoren. Es lohnt sich also, statt auf die Gravitation Ihres ABO-Status zu schielen, die klassische Prävention nicht aus dem Blick zu verlieren!

Fazit: Die Blutgruppe mag bei der Transfusion lebenswichtig sein, ihr Einfluss auf das Krebsrisiko bleibt aber nach aktuellem Stand der Wissenschaft klein – wenn überhaupt relevant. Für alle, die gern auf Nummer sicher gehen möchten, bleibt ein bewährter Tipp: Gesunder Lebensstil, Rauchverzicht und regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen schlagen Wissen über Ihren Bluttropfen allemal. Und bei besorgniserregenden Symptomen heißt es immer: Erst zum Arzt, nicht zum Browser!

 

Clara Hoffmann
Verfasst von Clara Hoffmann

Clara Hoffmann ist Journalistin und Redakteurin mit Schwerpunkt auf Gesellschaft, aktuelle Themen und Psychologie. Sie analysiert gesellschaftliche Entwicklungen, zwischenmenschliche Fragen und die psychologischen Hintergründe des Alltags mit Klarheit und Feingefühl.

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