Weder täglich noch wöchentlich: Diese Dusch-Frequenz schützt Ihre Gesundheit ab 65

 

Jeden Tag duschen? Lieber nicht! Aber einmal pro Woche reicht auch nicht aus – zumindest, wenn es nach aktuellen Forschungsergebnissen für Menschen ab 65 geht. Die richtige Dusch-Frequenz ist ein Balanceakt zwischen Hygiene, Hautschutz und Lebensqualität. Klingt unspektakulär? Im Gegenteil, es geht um nichts weniger als Ihr Wohlbefinden!

Die neue goldene Mitte: Duschen alle zwei Tage ab 65

Eine kürzlich vom Institut National de la Santé et de la Recherche Médicale (INSERM) durchgeführte Studie zeigt: Weder tägliche Ganzkörperduschen, noch das Bad in der eigenen Patina eine ganze Woche lang ist optimal für Seniorinnen und Senioren. Die magische Formel lautet: Jeden zweiten Tag duschen. So bleiben Haut und Seele im Wohlfühlbereich, ohne dass zu viel (oder zu wenig) Hygiene der Gesundheit in die Quere kommt.

Mit steigendem Alter verändert sich die Haut; sie verliert an Fähigkeit, Feuchtigkeit zu speichern – welch Ironie, dass zu viel Waschen genau dagegenarbeitet. Wer es übertreibt, riskiert:

  • Trockene, gespannte Haut
  • Juckreiz oder Irritationen
  • Lästige Rötungen

Hand aufs Herz: Nicht jeder liebt das Gefühl, nach der Dusche zum hydratisierten Chamäleon mutieren zu müssen, weil die Hautcreme quasi zur zweiten Haut wird.

Warum Sauberkeit kein Zahlenspiel ist

Zu selten unter die Dusche zu steigen, ist aber keineswegs die bessere Wahl. Laut den Forschenden steigt so das Risiko für Infektionen und soziale Unannehmlichkeiten – Kinder, Enkel oder andere Mitmenschen erkennen einen dann leider nicht nur am Rollator, sondern auch am „Signature-Duft“.

Die Empfehlung: Wer es mit der Dusche nicht so hat (wer könnte es Ihnen verdenken…), kann auf sanfte Alternativen wie Feuchttücher zurückgreifen – übrigens auch praktisch, wenn der Rücken nicht mehr so beweglich ist. Wichtig in jedem Fall: Geduld, Respekt und Fingerspitzengefühl, vor allem, wenn fremde Hilfe nötig wird. Niemand fühlt sich in Eile und mit ständig neuen Gesichtern an der eigenen Waschfront wirklich wohl.

Was tun für gesunde (und zufriedene) Haut?

  • Wasser marsch, aber nicht zu heiß: Lauwarmes Wasser verhindert zusätzliches Austrocknen.
  • Sanfte Seifen: Finger weg von aggressiven Reinigern, zurück zu milden, pH-neutralen Produkten.
  • Sicherheit geht vor: Rutschfeste Matten und Haltegriffe in der Dusche vermeiden peinliche – und schmerzhafte – Stürze.
  • Kopf frei, Kopf hoch: Regelmäßige Hygiene stärkt nicht nur Ihr Immunsystem, sondern auch das Selbstwertgefühl und die mentale Gesundheit.

Wer Schwierigkeiten beim Ein- oder Ausstieg in die Badewanne hat (ganz zu schweigen von der Angst vorm Ausrutschen oder gar Ertrinken!), sollte sich Unterstützung organisieren. Es gilt: Geduld, sanftes Vorgehen, die richtige Wassertemperatur und, wenn nötig, lieber sitzend duschen.

Praktisch, würdevoll & individuell: Hygiene im Alter richtig leben

Pflegekräfte und Angehörige sind am besten beraten, die Bedürfnisse und Ängste der Seniorinnen und Senioren ernst zu nehmen. Zwang bringt niemanden weiter – ein bisschen Überredungskunst und gemeinsames Eingrooven auf neue Dusch-Gewohnheiten wirken Wunder.
Wer es ganz individuell mag oder sehr empfindliche, vielleicht bettlägerige Haut hat, kann auf folgende Alternativen setzen:

  • Reinigende Lotionen ohne Seife (mit weichem Baumwolltuch sanft abtupfen)
  • Feuchttücher für empfindliche Partien (gerne auch die für Babys!)
  • Mehrfach täglicher Wechsel von Baumwollkleidung; diese nimmt Schweiß auf und sorgt für ein frisches Gefühl – dank geringer Schweißproduktion bei Älteren meist ein leichtes Spiel

Finger weg hingegen von Plastikschichten direkt auf der Haut – die braucht Luft!

Und: Kleinere Reinigungsroutinen, etwa das Waschen von Händen, Füßen, Gesicht und besonders die Intimzonen, können und sollten je nach Bedarf häufiger erfolgen, auch bei einer Gesamtduschroutine von zwei Mal pro Woche.

Fazit: Wer regelmäßig, aber nicht zu häufig duscht und dabei auf Sanftheit und Sicherheit achtet, hilft seiner Haut, seinem Wohlbefinden und letztlich auch seinem sozialen Umfeld. Hören Sie auf die Bedürfnisse Ihres Körpers – und gönnen Sie ihm und sich Pausen von Kosmetik-Overkill. So bleibt die Hygiene ein Freund und nichts, das einen in Tränen ausbrechen lässt!

 

Clara Hoffmann
Verfasst von Clara Hoffmann

Clara Hoffmann ist Journalistin und Redakteurin mit Schwerpunkt auf Gesellschaft, aktuelle Themen und Psychologie. Sie analysiert gesellschaftliche Entwicklungen, zwischenmenschliche Fragen und die psychologischen Hintergründe des Alltags mit Klarheit und Feingefühl.

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